von unserer Mitarbeiterin Gerda Völk

Lichtenfels — Der Walderlebnistag lockte gestern viele Menschen in den Forst an der Friedenslinde. Die Umweltstation des Landkreises und die Abteilung Forst im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten hatte ein buntes Programm für die ganze Familie auf die Beine gestellt. Auf einem zwei Kilometer langen Rundweg mit 18 Stationen wurde viel Interessantes zum Thema Wald geboten.
Landrat Christian Meißner (CSU), der mit seiner Familie bereits am Vormittag unterwegs war, freute sich, dass der Wald erlebnistag diesmal mitten in der Stadt stattfand. Als einer der beiden Ausrichter war die Umweltstation seit Oktober mit den Vorbereitungen beschäftigt, berichtete Kreisfachberater Michael Stromer. Man verstehe den Walderlebnistag als eine Art Bildungsarbeit für die breite Bevölkerung. Früher seien die vielfältigen Funktionen des Waldes noch den Menschen bekannt gewesen, heute sei dies weniger der Fall.

Wichtiger Wirtschaftsfaktor

Dritter Bürgermeister Winfried Weinbeer (FW) konnte sich noch gut an seine Jugend erinnern, als ein Besuch im Forst selbstverständlich war. Im Sommer zum Beerenpflücken, später dann, um Pilze zu suchen. Laut Weinbeer sei es wichtig, den heutigen Kindern und Jugendlichen den Wald nahezubringen. Dieser sei nicht nur eine grüne Kulisse, sondern auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, erläuterte Oliver Kröner, Bereichsleiter Forsten. "Wer nicht selbst einen Wald besitzt, der weiß nicht, wie ein Baum gefällt und aufgearbeitet wird."
Was passiert, wenn es den Wald nicht mehr gibt, erläuterte Georg Einwich, Praktikant der Umweltstation, anhand eines Modells. "Dann kann die Natur die Regenmassen nicht mehr aufnehmen. Erdrutsche und Überschwemmungen sind die Folge."
Hölzer von verschiedenen Baumarten hatte Holzmesswart Hans-Karl Hertel aus Horsdorf dabei. "Fichte, Kiefer und Lärche, die kennt jeder", erklärt Hertel. Die hatte er auch nicht dabei, sondern Laubhölzer wie Ahorn, Robinie, Ulme, Birne und Pappel. Die Kreisgruppe des Bund Naturschutz war mit Informationen über die Wildkatze vertreten. Inzwischen ist es gelungen, die scheue Wildkatze nördlich des Mains an drei Stellen nachzuweisen. Mutige Baumkletterer konnten ihr Geschick beweisen, auch der Kreativität der großen und kleinen Besucher waren kaum Grenzen gesetzt. Die Waldbesitzervereinigung Lichtenfels-Staffelstein informierte private Waldbesitzer rund um das Thema Holz. Mitarbeiter des Forstamtes zeigten, wie Bäume fachmännisch gefällt werden.
Auch das Wetter meinte es gut mit der Veranstaltung. Gerade am Nachmittag waren viele Familien mit Kindern unterwegs. Für die Jüngsten dürfte der Besuch im Wald ein Erlebnis gewesen sein. Von einer Entfremdung von der Natur war an diesem Tag kaum etwas zu spüren.