Die überarbeitete Internetseite begutachtete der Vorstand des Vereins "Unser Steigerwald" zu Beginn seiner jüngsten Sitzung. Darin ging es ferner um die Demonstration beim Frankentag am Sonntag, 2. Juli, in Kitzingen.
Da sich dort fast alle fränkischen Spitzenpolitiker treffen, wollen auch "Unser Steigerwald" und die Nationalpark-kritisch eingestellten Vereine aus dem Spessart, der Rhön und dem Frankenwald ihre Meinung vertreten. "Wir stehen mit allen Regionen im Kontakt, die derzeit im Suchprozess sind", berichtete Zweiter Vorsitzender Oskar Ebert.
Die Demonstration in Kitzingen soll um 11 Uhr beginnen, Treffpunkt ist die Alte Mainbrücke. Ein Bus fährt ab in Untersteinbach um 9.30 Uhr, Zusteigemöglichkeiten gibt es jeweils fünf Minuten später in Wustviel am Rathaus, an den Bushaltestellen in Geusfeld, Michelau und schließlich in Gerolzhofen um 10 Uhr. Die Rückfahrt ab Kitzingen erfolgt um 13 Uhr. Anmeldungen nehmen Doris Hornung (Telefon 09554/1317), Anna Bäuerlein (Ruf 09554/364) und Albrecht Ruß (Telefonnummer 09554/1272) entgegen.
Oskar Ebert berichtete von der Fortsetzung des Dialogprozesses. Das jüngste Treffen sei zwar sehr sachlich abgelaufen, von einer Annäherung könne aber keine Rede sein. Dass die fünf Landräte nun die Möglichkeit eines Biosphärenreservats abklären wollen, stößt bei "Unser Steigerwald" auf wenig Gegenliebe. Ein Biosphärenreservat mit noch viel größeren Flächen passe noch weniger zur kleinteiligen Struktur und dichten Besiedlung im Steigerwald, als ein Nationalpark, sagte Oskar Ebert. "Und letztendlich wird es doch wieder auf ein Großschutzgebiet mit totaler Stilllegung hinauslaufen", befürchtet Klaus Merkel.
Da Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) derzeit vor allem mit der angeblichen konjunkturellen Wirkung eines Nationalparks wirbt, bringt "Unser Steigerwald" die chronische Unterfinanzierung der Naturparke ins Spiel. Hier gäbe es viele Ideen und Potenziale für die Entwicklung der Regionen, allerdings fehle der finanzielle Spielraum zur Umsetzung, hieß es. "Wenn der Freistaat unbedingt 18 Millionen Euro ausgeben will, dann doch bitte eine Million für jeden Naturpark, da könnte man flächendeckend was daraus machen", so Sigi Ständecke.
Die Vorstandschaft von "Unser Steigerwald" fragt sich auch, wo die Umweltministerin die rechtliche Grundlage für ihre Zusage eines "maßgeschneiderten Nationalparks" hernimmt. Die Rahmenbedingungen lege schließlich nicht Bayern fest, dafür gebe es internationale Standards, wurde betont.
Vorsitzender Gerhard Eck wurde beauftragt, nach der Umsetzung des Beschlusses zur wissenschaftlichen Begleitung des Trittsteinkonzepts zu fragen. "Unser Steigerwald" sieht darin die zukunftsweisende Art der Waldbewirtschaftung bei gleichzeitig hoher Förderung der Artenvielfalt. Gerade der bisherige Jahresverlauf habe gezeigt, wie wichtig es ist, durch verantwortungsvolle Bewirtschaftung die Wälder auf den Klimawandel und seine Folgen vorzubereiten, ohne dass große Flächen komplett zusammenbrechen und sich über Jahre erholen müssen wie im Bayerischen Wald. sw