Coburg — Wissen zu erwerben kann richtig Spaß machen. Diesen Beweis trat die Hochschule Coburg in Kooperation mit der Stadt Coburg am Samstag schon zum zwölften Mal mit ihrer Kinder-Uni an. In vier Vorlesungen konnten 260 Mädchen und Jungen im Alter von sieben bis zwölf Jahren "Uni-Luft" schnuppern und vielleicht schon den Grundstein fürs spätere Studium legen.
Den Kindern Freude am Entdecken und am Lernen zu vermitteln, das sei das Ziel der Kinder-Uni, sagte Familienberaterin und Projektleiterin Monika Faaß. "Zu einen wollen wir zeigen, dass Wissen richtig Spaß machen kann, zum anderen sollen die Kinder auch einmal Hochschulluft schnuppern können." Hier würden die Kinder mit spannenden Themen konfrontiert, die in der Schule sonst nicht behandelt würden.
Bundesweit führen 80 Hochschulen einen solchen Kinder-Uni-Tag durch. Das Besondere an der Coburger Veranstaltung sei, dass zwei große Vorlesungen besucht werden können und sich alle in der Mensa zum Mittagessen wieder treffen. Mehr als 30 Studierende hätten sich bereit erklärt, die Betreuung des Nachwuchses zu übernehmen, sagte Faaß. Möglichst frühzeitig solle der Blick der Kinder auf die Hochschule als Option für die eigene Zukunft gelenkt werden - insbesondere auch bei Kindern "bildungsferner Schichten".

Wie reinigt man ein Kettenhemd?

Spielerisch und kindgerecht wurden Alltagsfragen mit Hilfe der modernen Wissenschaft geklärt, etwa diese: Die römische Armee hat ein Weltreich geschaffen, aber warum waren die Legionäre so erfolgreich? Bei Dozent Josef Löffl konnten die Kinder die Ausrüstung eines Legionärs ausprobieren, ein Kettenhemd reinigen und so einen ganz praktischen Eindruck vom Alltagsleben in der römischen Armee bekommen.
In der Vorlesung von Mario Tvrtkovic konnten die Kinder darüber nachdenken, wie sie ihre Stadt "lesen" und verschönern können. Was bei Anstrengung im Körper passiert, erklärte Helmut Strobl und Ingenieurin Antje Vondran zeigte, wie man beispielsweise aus Mehl Klebstoff herstellen kann.
Der elfjährige Janek Hopf besucht die 5. Klasse am Gymnasium Ernestinum und hat sich die beiden Vorlesungen "Römer" und "Entdecke deine Stadt" ausgesucht. Laura Scheller aus Neustadt ist schon zum zweiten Mal dabei. Der Zehnjährigen macht "es mächtig Spaß" und ihre Mutter Kerstin findet es toll, dass die Kinder sehen können, wie es mit ihrer weiteren Ausbildung und Schulzeit weitergehen könnte. Die Hochschule Coburg habe einen guten Ruf und biete ihren Studenten ein breitgefächertes Angebot. Lauras Freundin Greta ist zum ersten Mal dabei und findet das Thema "Römer" besonders spannend.

"Römer" machten neugierig

Schon öfter war Rafael Stelzner aus Großwalbur bei dem Tag an der Hochschule dabei. Das Thema "Das Imperium Romanum ist die Wiege unserer Zivilisation" hatte ihn neugierig gemacht. Nicht zuletzt deshalb, weil sein Opa, Heinz Stelzner, als Lehrer das Fach Geschichte unterrichtet hatte.
Der nächste Kinder-Uni-Tag findet am Samstag, 26. September, statt. des