Noch bis Montag, 2. Mai, haben Bürger die Möglichkeit, ihre Meinung zum Bundesverkehrswegeplan zu äußern. Dies könnte entweder online über die Homepage des Verkehrsministeriums erfolgen (bmvi.de) oder über ein selbst formuliertes Schreiben an das Bundesverkehrsministerium geschehen. Dies teilten die Mitglieder des Bunds Naturschuttz der Ortsgruppe Ebensfeld bei der Generalversammlung mit.
Wie breitgefächert die Aktionen und Themen der Ebensfelder Naturschützer sind und in den vergangenen Jahren waren, zeigte Vorstand Ludwig Wendler auf. Die Ortsgruppe, die sich bereits vor langer Zeit mit der Kümmelbachpatenschaft um den Gewässerschutz bemüht hatte, begrüßte es, dass der Biber am Ebensfelder Kellbach wieder heimisch geworden ist.
Um erst gar keine negative Stimmung aufkommen zu lassen, haben die Aktiven Obstbäume mit Drahtgeflecht

geschützt, zwei Informationsveranstaltungen angeboten und intensive Gespräche mit der Gemeinde geführt.
Themen, bei denen sich die Ortsgruppe außerdem einbrachte, waren zum Beispiel der Radweg nach Oberbrunn, die leider für Ebensfeld gescheiterte ICE-Unterführung in der Oberbrunner Straße, wie es hieß, die Wildgänse, der Nachweis der Wildkatze bei Unterbrunn, der Umgang mit Bäumen im Gemeindebereich, die geplante Amphibienleiteinrichtung in Peusenhof, der Umgang mit Windschutzhecken sowie der Flächenverbrauch im Ortsbereich Ebensfeld. Dort habe sich die bebaute Fläche in 50 Jahren von 40 auf 106 Hektar nahezu verdreifacht, wie Wendler ermittelt hatte.
Erst kürzlich besuchte der Landesvorstand des Bunds Naturschutz den Landkreis Lichtenfels und den Markt Ebensfeld, um zwei Projekte in Augenschein zu nehmen.

Das erste Projekt, die sogenannte Kellbachgrund-Anbindung, gilt als eines der Negativbeispiele von Verkehrsplanungen in Bayern. Mit Unverständnis blickten die Landesvorstände auf das Kellbachtal in Richtung Hankirche, das - wenn die BN-Klage scheitert - durch eine zusätzliche Staatsstraße diagonal durchschnitten werden soll.


Sich nicht alles gefallen lassen

Beim zweiten Projekt, der Mainrenaturierung und -verlängerung bei Unterbrunn, sprach Hubert Weiger, Landes- und Bundesvorsitzender des BN von einem Leuchtturmprojekt.
Kreisvorsitzender Toni Reinhardt rief dazu auf, die drei großen Ziele nicht aus den Augen zu verlieren: die Energie-, die Agrar- und die Verkehrswende.
Dass sich die Ortsgruppe mit der Klage gegen die unsinnige Kellbachgrundplanung engagiere, könne Reinhardt nur mit allen Kräften unterstützen.

Auf der anderen Seite sehe er mit Stolz, dass die Ortsgruppe beim Thema Lärmschutz A 73 aktiv die Bürgerinitiative unterstütze.
Beide Beispiele würden zeigen, dass sich die Bürger nicht alles gefallen lassen müssten. Dass das Engagement jedes Einzelnen auch auf Bundesebene gefordert sei, zeigte er anhand des Bundesverkehrswegeplans auf. Auch der Landkreis Lichtenfels sei durch die vierspurige Neubauplanung der B 173 zwischen Lichtenfels und Kronach massiv betroffen. Obwohl durch diese drohende Transitautobahn von der A 9 in Richtung Unterfranken massive Belastungen der Bevölkerung drohten, wurden die Alternativen des BN in Form einer 2+1-Lösung ignoriert.
Bernhard Storath als Bürgermeister habe sich in seiner Politik wie der BN dem Grundsatz der Nachhaltigkeit verpflichtet und hofft deshalb auf gute Zusammenarbeit.

Nachdem sich wieder alle - und mit Enrico Scherg sogar ein weiterer Beisitzer - zur Verfügung stellten, präsentiert sich die Ortsgruppe folgendermaßen: Vorsitzende sind Ludwig Wendler und Johann Schmitt, Kassier ist Birgid Muth, Schriftführer Otto Weidner und die Beisitzer sind Helmut Gunreben, Wolfgang Dietz und Enrico Scherg. O.W
.