Auch die jüngeren der anwesenden KSK-Vorstandsmitglieder spürten schnell, dass sie eine ganz besondere Feierstunde miterleben durften: Ehrenmitglied Helmut Drechsler aus Unterrodach und der Tettauer Dieter Seidel, beide noch erfolgreich im aktiven Schach, die sich schon Jahrzehnte um den Kronacher Schachklub verdient gemacht haben, wurden offiziell durch den BLSV-Kreisvorsitzenden Karl Heinrich Fick für 55 beziehungsweise 50 Jahre aktiven Einsatz für ihren Verein ausgezeichnet.
Seidel wurde darüber hinaus auf Beschluss der Generalversammlung für seine Treue zum Verein und seine lange erfolgreiche Aktivenzeit zum Ehrenmitglied ernannt - das sind nun auch die beiden einzigen Ehrenmitglieder im Verein mit über 100 Mitgliedern. Die Vorstandsleute sowie einige zufällig dazugekommene Schachkinder lauschten nach dem eigentlichen Eh-rungsakt geradezu andächtig den beiden Männern, die Anektoden aus ihrer (Schach-)Anfangszeit in den frühen 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts berichteten.
Drechsler, seit 1961 für den KSK aktiv, erzählte auch von seinem ersten Besuch bei den "Schachern" im damaligen Vereinslokal Bauern-Lorla, als er während seiner ersten Probepartie vom damaligen Vorsitzenden Leonhard Neuberg mit den Worten "Den Mann brauchen wir!" einen Aufnahmeantrag hingelegt bekam.
Seidel, der immerhin 50 Jahre lang aus dem hohen Landkreisnorden auch zu den Heimspielen des KSK anreisen musste, kann sich gut an den Zeitpunkt seines ersten Einsatzes erinnern - er war 1965 nämlich "erstmals mit einem flotten Ford Taunus 12 M" motorisiert.
Zuvor war KSK-Vorsitzender Hans Blinzler, der ebenso wie sein Stellvertreter und Spielleiter Hans-Gerhard Neuberg schon an die 50 Spieljahre und verschiedene Posten "auf dem Buckel" hat, auf die Schach-Vita der zu Ehrenden eingegangen. Er bat beide, ihr geliebtes königliches Spiel nicht an den Nagel zu hängen, sondern weiterzumachen und auch künftig "die grauen Zellen zugunsten des Vereins" anzustrengen. An Dieter Seidel konnte er zusätzlich zu dessen sonstigen Ehrungsanlässen noch den Ehrenteller für den erfolgreichsten Punktesammler der zu Ende gehenden Saison in der Kreisoberliga übergeben: sechs Punkte aus sieben Partien. Helmut Drechsler bat er, wieder in der Kreisklassenmannschaft mitzuwirken, "auch wenn alle deine Mannschaftskameraden deine Urenkel sein könnten". BLSV-Kreisvorsitzender Fick hatte es leicht mit seiner Laudatio, kannte er doch die beiden Geehrten Seidel und Drechsler persönlich gut und war schon öfter bei den Schachleuten zu Gast. Fick freute sich, die immerhin schon im achten beziehungsweise neunten Lebensjahrzehnt stehenden Geehrten "im Kreis von Jungen und auch ganz Jungen" sitzen zu sehen und lobte das Miteinander im Schachklub, der in der Region schon über 130 Jahre lang Schachgeschichte geschrieben habe.
Der Feierstunde für die verdienten Mitglieder schloss sich ein Sommerfest an, bei dem die an Siegen und Meisterschaften Beteiligten ausgezeichnet und mit Poloshirts beschenkt wurden.
Spielleiter Hans Neuberg und der Vorsitzende gingen beim Überreichen auf jeden ein. Im Anschluss gab es ein Grill-Buffet sowie ein gemütliches Beisammensein, wobei auch die Vereinsjugend mit den langjährigen Mitgliedern zusammensaß. In diesem Sinne: Schach hält nicht nur jung, Schach verbindet auch Alt und Jung. Hans Blinzler