Münnerstadt — Auf Einladung des TSV Münnerstadt hatte sich Junioren-Bundestrainer Christian Wück ins Sportzentrum begeben, wobei er zunächst die theoretischen Kenntnisse der Zuhörer (Spieler, Trainer) in Sachen Trainings- und Systemlehre verbessern wollte, um dann in einer Trainingseinheit mit den A-Junioren des TSV diese gleich einmal in die Praxis umzusetzen. Der gebürtige Wernecker begann seine Ausführungen zum Trainingsaufbau wie erwartet mit dem Punkt "Aufwärmen", "das nicht aus stupiden Rundenlaufen, sondern sofort aus individuellem Training mit dem Ball besteht und ca. 10 - 15 Minuten dauern sollte". Es folgt das Einüben von Spielzügen (5 gegen 3, etc.), wobei Wert darauf gelegt wird, dass der ballführende Spieler nach nur einem Ballkontakt den Pass schlägt. Um die Übungen schneller absolvieren zu können, empfahl der langjährige Bundesliga-Profi, die Übungen zu nummerieren, "wenn ich 17 rufe, wissen die Spieler, was jetzt trainiert wird". Er zeigte anhand von Videos auf, wie sich die DFB-Verantwortlichen die Grundprinzipien vorstellen:
- der Torhüter schlägt den Ball nicht in die gegnerische Hälfte, sondern wirft oder passt ihn zum nächsten freistehenden Spieler,
- das Spiel wird breit aufgezogen,
- die Außen- und Innenverteidiger (Vierer- bzw. Dreierkette) nehmen dabei möglichst einen Positionswechsel vor,
- der Ball wird im Dreiecks- oder Rautenspiel nach vorne, bzw. wieder zurückgepasst,
- die nicht ballführenden Spieler müssen Folgehandlungen erkennen und sich Freiräume suchen,
- die Außenpositionen müssen durchwegs besetzt werden,
- der Spielaufbau sollte in Ruhe erfolgen, 1:1-Situationen bzw. Dribblings mit der Gefahr des Ballverlustes sollten vermieden werden.
Als Schwerpunkte des Coachings nannte er das Fördern des ersten Ballkontaktes, das scharfe und genaue Anpassen des nächsten Mitspielers, das Passen bei Drucksituationen sowie das Einüben der fußballspezifischen Handlungsfolge. Dabei ist darauf zu achten, dass alle Spieler immer in Bewegung sind und die Blickrichtung der Spieler immer "offen" ist. Das Training sollte intensiv sein und nicht länger als 75 Minuten dauern.
Der Nationaltrainer, der demnächst mit der U 17 zur Weltmeisterschaft nach Chile reist, stand dann den Fragen der Anwesenden zur Verfügung, seine Antworten (s. Kommentar) verblüfften zum Teil. Es folgte die Leitung einer Trainingseinheit, wobei die TSV-Jungs vieles schon gut machten (Wück: "erstaunlich gut"), in manchen Übungen aber Nachholbedarf zeigten. TSV-Sportvorstand Günter Scheuring bedankte sich im Namen des Publikums und der Spieler bei Wück. sbp