Betrifft FT-Artikel von Michael Weh ner zum geplanten Bahnausbau in Bamberg im FT vom 27. Juni 2014 :

Es ist schon mehr als befremdend, wenn ein Herr Dr. Müller in der Stadtratssitzung am 25. Juni in aller Öffentlichkeit erklärt, die Stadträte der CSU lehnen eine getunnelte Güterzug umfahrung ab und favorisieren den geplanten Bahnausbau der Bestandsstrecke mit innovativem Lärmschutz durch Bamberg.
Hierbei lobte er in seiner Laudatio die außergewöhnliche Arbeit des Baureferats und vor allem Herrn Beese in überschwänglicher Art und Weise - ja, es war schon fast peinlich. Denn diese vermeintlich tolle Arbeit, nämlich die Bewertung der drei verbliebenen Trassen durch das Baureferat, war anfangs gar nicht so toll - sie war voreilig, fehlerhaft und vor allem unvollständig!
Allein die Bürgerinitiative (BI) Bahnsinn hat zur Richtigstellung dieser Bewertung eine fünfseitige Stellungnahme abgegeben. Eine Bewertung seitens der Bahn fehlt bis dato gänzlich.
Auch Herr Stieringer hat im Vorfeld bereits geäußert, dass er eine Trassenführung durch den Hauptsmoorwald grundsätzlich ablehnt. Hierbei stellt er sich bewusst auf eine Stufe mit dem sog. "Bündnis Trasse mit Vernunft", denn zu den notorischen Nein-Sagern dieses Bündnisses gehören auch die Herren Stadträte Kuntke und Neller.
Doch im Gegensatz zum "Bamberger Weg, der getunnelten Güterzugumfahrung" der BI Bahnsinn macht das Bündnis "Trasse mit Vernunft" keinen konstruktiven Vorschlag zur Lösung des Problems. Das Bündnis "Trasse mit Vernunft" lehnt lediglich jede Art einer Ostumfahrung ab, ohne die tatsächlichen Fakten überhaupt zur Kenntnis zu nehmen, und unterstützt nur den von der Bahn geplanten Ausbau im Bestand, mit meterhohen Lärmschutzwänden durch Bamberg - und hier schließt sich der Kreis!
Zu Herrn Stieringer nur so viel: Der Bahnausbau in Bamberg ist keine Event-Veranstaltung für eine vermeintliche Spaßgesellschaft, sondern hier gilt es, die beste Lösung zu finden für unser ehrwürdiges Bamberg mit seinen Weltkulturerbe-Stätten, aber auch für die zukünftigen Generationen, die hier einmal wohnen möchten. Hierbei ist es unerheblich, welche konkreten Planungen die Bahn verfolgt, denn wir müssen unsere Stadt vor der Bahn retten und nicht die Bahn!
Gott sei Dank gibt es noch "Bamberger" in den Stadtratsfraktionen, die ihre Stadt nicht freiwillig der Bahn ausliefern möchten, denn es gibt auch Beispiele, wie Bürger ihre Stadt vor der Willkür der Bahn gerettet haben.
Einer dieser Retter ist Roland Diehl, Mitglied des Projektbeirats "Bahnausbau Oberrheintal". Die Sprecher der kleinen Stadtratsfraktionen und auch Herr Niedermaier von der SPD haben den Antrag gestellt, Herrn Diehl einzuladen, um ihn befragen zu können, wie es zum Beispiel in Freiburg gelungen ist, gegen alle Widerstände der Bahn eine Güterzugumfahrung zu erkämpfen. Der Antrag, Herrn Diehl nach Bamberg einzuladen, wurde vom Stadtrat angenommen.
Denn nur so kann man dem Gejammer unserer Offiziellen in Bamberg entgegentreten, die immer nur die These vertreten: Die Bahn will ... oder die Bahn wird ... - es muss wieder heißen: Bamberg will ... oder Bamberg wird ..., man muss es einfach nur wollen!

Herbert R. Meyer
Bamberg