"Das wichtigste Kapital unseres Vereins ist nicht unser Vermögen, sondern die Bereitschaft unserer Mitglieder zur Mitarbeit." Mit diesen Worten fasste Leonard Obermayer seine Erfahrungen als neuer Vorsitzender des Ortsverschönerungsvereins Witzmannsberg zusammen. Egal ob Pflegearbeiten an Ortsschildern und Ehrenmälern, Streichen der 15 Bänke oder Schmücken von Osterbrunnen und Christbaum: "Viele der 62 Vereinsmitglieder packten mit an", berichtete Obermayer am Samstag bei der Hauptversammlung in der Begegnungsstätte "Johannes XXIII". Der Vorstand freute sich besonders über das Engagement junger und neuer Vorstandsmitglieder. Schon kurz nach der Wahl seien "die Weichen neu justiert" worden. Auch ein größerer Schaukasten wurde mittlerweile angeschafft. Probleme habe die große Trockenheit bereitet, erinnerte Obermayer an das Gartenjahr 2015.
"Die Gemeinde und der Bürgermeister nehmen deutlich wahr, was hier geleistet wird", bestätigte Bürgermeister Martin Finzel (parteilos). Der Rathauschef hatte extra eine Tagung in Rothenburg unterbrochen, um den Ortsbild-Verbesserern seine Anerkennung zu bekunden. "Wie können wir unseren Ort voranbringen?" Diese Frage stehe im Mittelpunkt der Vereinsarbeit, lobte Finzel und fügte hinzu, dass ihm viele der Aushängeschilder in Witzmannsberg sehr gut gefielen. Vorrangig nannte er die kontinuierlich gepflegte Ortsmitte sowie die Backofenfeste, die "Geld für Investitionen in Gartenbau und Brauchtumspflege" einbrächten. In der Brau- und Backhauskultur sieht der Vorsitzende der "Initiative Rodachtal" (IR) ein wichtiges verbindendes Element von Thüringen bis zum Rodachtal. Hier gelte es, altes Wissen weiterzugeben und die Häuser zu erhalten. Zur Vermehrung der dazu nötigen Eigenmittel bereite die IR derzeit eine Aktion vor. Auch das Kernwegenetz der IR wird laut Finzel eine Verbesserung bringen. "Mir gefällt nicht, wie die Wege aussehen", bekannte er.
"Ich glaube, es wird noch wichtiger werden, die Menschen an einen Ort zu binden", sagte der Ahorner Rathauschef. Finzel regte eine Krokuspflanzaktion an. Die Kritik am letztjährigen Weihnachtsbaum konnte der Bürgermeister nachvollziehen: "Mir hat er auch nicht gefallen." Immerhin stelle die Gemeinde noch Bäume in allen Ortsteilen auf, fügte Finzel hinzu. Der stellvertretende Vorsitzende des Kreisverbandes Coburg für Gartenbau und Landespflege, Reiner Brückner, sagte: "Der Bürgermeister hat mit so einem Verein im Ort ein dickes Pfand. Der Bauhof kann schließlich nicht alles machen." Bettina Knauth