Unterlauter — Als Axel Meyer am 24. Juni 1984 sein Debüt als Organist in der Trinitatiskirche in Unterlauter gab, hatte er sich bestimmt nicht vorgestellt, dass er 30 Jahre später aus dem Leben der Lautertaler Kirchgemeinde nicht mehr wegzudenken sein würde. Mit einem besonderen Gottesdienst wurde jetzt sein jahrzehntelanges Engagement öffentlich gewürdigt.
In ihrer Laudatio erinnerte Pfarrerin Dorothea Eichhöfer-Wunder daran, dass Axel Meyer auf 4385 Orgeldienste in der Kirchgemeinde blicken kann. Einen "Spitzenwert" erzielte er 1991 mit allein 224 Diensten. Daneben zeichnete Meyer für 130 Konzerte verantwortlich, leitete über 1000 Proben der Kantorei und stand acht Jahre lang an der Spitze des Kinderchores. In Dank und Anerkennung verlieh Martin Kollei im Namen des Verbandes der Evangelischen Kirchenmusiker dem Jubilar die Ehrenurkunde.
Axel Meyer dachte mit einem Schmunzeln an die erste Zeit als Organist zurück: "Es war Pfarrer Wolfgang Butz, der die Initialzündung ausgelöst hat", erinnerte er sich und zitierte Butz: "Du kannst Klavier spielen, da kannste auch Orgel spielen."
Axel Meyer hatte sich überreden lassen, ohne zu wissen, worauf er sich einließ. Die Anfangsjahre waren nicht einfach. "Ich bekam erst am Freitag gesagt, welche Lieder ich am Sonntag spielen soll. Also hieß es für mich: ab in die Kirche und fleißig üben". Die Zahl seiner Verpflichtungen wurde schlagartig höher, als 1989 völlig überraschend der damalige Kantor Norbert Sommer starb und Axel Meyer nun Sonntag für Sonntag gefordert war.
Bis heute hat sich für ihn aber so einiges geändert: "Ich brauche die sonntäglichen Kirchenlieder nicht mehr üben." Als herausragendes Ereignis bezeichnete der Jubilar die Anschaffung einer neuen Orgel vor 13 Jahren. "Wir haben die Gelegenheit damals beim Schopf gepackt. Heute bekämen wir so ein tolles Instrument nicht mehr."
Mit der Anschaffung der neuen Orgel wurde die Lautertaler Kirche auch für junge Orgelspieler interessant und Meyer muss sich um seine Nachfolge keine Gedanken machen.
Es war dem Jubilar selbst vorbehalten, dem Gottesdienst seinen Stempel aufzudrücken. So ließ Meyer vielseitige und anspruchsvolle Werke aus verschiedenen Epochen der Kirchenmusik erklingen. mr