von unserem Mitarbeiter Herbert Fischer

Mitwitz — Ein Novum gab es in diesem Jahr bei der Gedenkfeier in der Marktgemeinde Mitwitz zum Volkstrauertag gestern am Ehrenmal in der Schlossallee. In den Rede des Ersten Bürgermeisters Hans-Peter Laschka (CSU) waren auch kurze Ansprachen von drei der zurzeit rund 30 in Mitwitz wohnenden Asylbewerber eingebunden. Es waren dies Khaled, Arabischlehrer aus Syrien, der von Krieg und Terror in seinem Heimatland berichtete. Keita aus Mali stellte auf Französisch fest, das leider nicht alle Menschen friedlich miteinander leben, und der Wunsch von Abdulmalek aus Afghanistan auf Persisch war, dass die Menschen, egal welche Religion, Volkszugehörigkeit oder Hautfarbe sie haben, sich tolerieren sollten.
Eingeleitet wurde die Gedenkfeier mit einem Trompetensolo, gespielt von Roberto Kämpf. Für die weitere musikalische Ausgestaltung sorgte der Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde Mitwitz, sowie der Gesangverein "Harmonie" Mitwitz unter der Leitung von Andrea Gregor-Nowak.
In seiner Rede ging Bürgermeister Laschka besonders auf die aktuellen politischen Ereignisse ein, aufgrund derer in Mitwitz über 30 junge Männer aus Syrien, dem Irak, Afghanistan, Pakistan, Senegal, Niger, Nigeria, Mali und Eritrea im Jugendübernachtungshaus untergebracht sind. Heute, so der Bürgermeister, wolle man an die Opfer von Gewalt und Krieg gedenken, der Soldaten, die in den Weltkriegen starben, der Menschen, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren haben.
Man trauere aber auch um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage, um die Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung. "Wir trauern mit allen", so der Bürgermeister abschließend, "mit allen, die Leid tragen, und teilen ihren Schmerz, ganz aktuell mit den Angehörigen der Terroropfer von Paris." Mit der Kranzniederlegung am Ehren- und Mahnmal wolle man Gedenken und Trauer symbolisieren. Bürgermeister Laschka dankte allen, die zu dieser Gedenkfeier gekommen sind und sie mitgestaltet haben.


Erinnerungen bewahren

Auch Pfarrer Burkhard Sachs von der evangelischen Kirchengemeinde Mitwitz stellte die schrecklichen Ereignisse von Paris an den Anfang seiner Andacht. Auch wenn immer weniger Menschen am Volkstrauertag zum Kriegerdenkmal kommen, sei es gerade deswegen wichtig, dass Erinnerungen und Erfahrungen des Krieges bewahrt werden, um den Kriegsursachen wirksam zu begegnen. "Es haben aber auch, so Pfarrer Sachs, die aktuellen Ereignisse das Gedenken an die Opfer der Weltkriege überschattet. Sie machen uns wieder bewusst, dass die Welt auch heute noch voller Unfrieden, Gewalt, Hass, Fanatismus und Krieg ist." Dass wir in einem friedlichen Deutschland seit 70 Jahren leben, dafür hätten wir allen Grund dankbar zu sein und dafür, dass täglich Hunderte, ja Tausende Menschen in Kriegen sterben, führe uns ins Gebet, so Pfarrer Sachs. Das Fürbittengebet wurde von Diakon Diethard Nemmert von der katholischen Schlosskuratie Mitwitz gesprochen.