Bei herrlichem Sommerwetter führte die Pfarrei Enchenreuth die jahrhundertelange Tradition des Flurumgangs fort. 120 Gläubige nahmen an dem rund vier Kilometer langen Bittgang teil. Die Monstranz trug Monsignore Professor Rüdiger Feulner. Er betete mit den Teilnehmern an den Altären in den Kapellen und pries Gottes Gnade und Güte.
Unter den Klängen der Enchenreuther Musikanten schritten die Fahnenabordnungen der Kirche und der örtlichen Vereine voran. Zu den prominenten Gästen gehörten die Malteserritter Arno Günzelmann und Christoph von Grafenstein, Bezirkstagspräsident Günther Denzler, die Abgeordneten Hans-Peter Friedrich und Ludwig von Lerchenfeld sowie die Bürgermeister Stefan Pöhlmann (Helmbrechts) und Siegfried Beyer (Presseck).
Monsignore Feulner ging in seiner Predigt im St.-Jakobus-Gotteshaus auf die Kirche als Gemeinschaft ein, wie sie in der Pfarrei Enchenreuth vorbildlich gelebt wird. Er wies zudem auf die große Bedeutung hin, dass der Bittgang zu Fronleichnam nach einem alten Gelübde aus dem Jahr 1603 seitdem ohne Unterbrechung alljährlich stattfindet. Die Gemeinde wurde damals durch die Pest und Hungersnöte heimgesucht und gelobte Gott, alle Jahre eine Fronleichnamsprozession durchzuführen, wenn beides aufhöre.
Zusammen mit dem Flurumgang und der Wallfahrt nach Marienweiher werden die drei Bittgänge seit dieser Zeit gehalten. Woanders wurden die Fronleichnamsprozessionen erst nach dem Konzil von Trient durch den Bischof angeordnet.
Die Enchenreuther konnten jedoch gleich nach Bamberg melden, dass sie diese in Eigeninitiative bereits seit 1603 durchführen. kpw