von unserem Redaktionsmitglied Rainer Lutz

Coburg — Der Duft zieht feine Hundenasen magisch an. Es ist schwer zu widerstehen, wenn so nah am Wegesrand beim Gassigehen ein echter Leckerbissen herum liegt. Blitzschnell ist er geschnappt und verschluckt. Zu schnell, denn Herrchen oder Frauchen schafft es meist nicht zu verhindern, dass ihr vierbeiniger Freund so etwas frisst, das ihn das Leben kosten kann. In letzter Zeit häufen sich die Warnungen vor Giftködern oder Leckerbissen, die mit Nägeln, Glassplittern oder Rasierklingen zur tödlichen Versuchung geworden sind.
Jüngstes Beispiel sind Würstchen, die mit Nägeln gespickt worden sind. Eine aufmerksame Zeugin fand diese gefährlichen Leckerli nahe Weidach am Rand des Callenberger Forstes. Sie gab den Fund bei der Tierarztpraxis von Dr. Martina Menger in Weidach ab. Die Veterinärin reagierte sofort und leitete das Beweisstück umgehend an die Polizei in Coburg weiter.


Warnschilder aufgehängt

Es scheint sich in dieser Gegend nicht um den ersten Fund dieser Art zu handeln. Hundefreunde haben in dem Bereich Warnschilder aufgehängt. Es wird ausdrücklich vor Giftködern gewarnt, die im Bereich Ernstfarm und Vogelherd in Richtung Weidach und Scheuerfeld ausgelegt worden sein sollen. Der letzte Satz macht Angst: "Passt auf! Es sind wohl schon zwei Hunde gestorben."


Offenbar weitere Fälle

Es scheint sich auch nicht um ein lokales Problem zu handeln. In den sozialen Netzwerken sind immer wieder Warnungen zu finden. Im Raum Bad Staffelstein und in Bayreuth soll es bereits mehrere Fälle gegeben haben. Aber auch in Neustadt wurden Giftköder nicht nur ausgelegt, sondern auch gefressen. Im Verein für Gebrauchshunde Neustadt (VfG) ist mindestens ein Fall bekannt geworden, wo ein Hund nur mit viel Aufwand vom Tierarzt noch gerettet werden konnte. "Wir können alle Hundehalter nur warnen. Jeder sollte gut aufpassen, dass sein Hund nichts frisst, das er irgendwo draußen findet", sagt VfG-Vorsitzender Matthias Knauer. Doch auch er weiß, wie schwer es ist, einen Hund so zu erziehen, dass er ohne Freigabe durch seinen Herrn nichts frisst. Ein Maulkorb könnte, zumindest in besonders gefährdeten Gebieten, eine Lösung sein. Doch das möchten viele Hundebesitzer nicht, weil es dem Hund nicht angenehm ist. Vor allem wenn ein Hund das Tragen eines geschlossenen Maulkorbs nicht gewohnt ist, wird er es nur schwer dulden. Die Polizei in Coburg ermittelt bereits wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Die gefundenen Köder wurden als Beweismittel sichergestellt und entsprechend behandelt. Wer selbst Wahrnehmungen gemacht hat oder etwas über weitere Fälle weiß, wird gebeten, sich mit der Polizei in Coburg in Verbindung zu setzen.