Katharina Müller-Sanke

Tausende Besucher sind am Wochenende nach Thurnau gepilgert. Denn wie immer am 2. Adventswochenende haben dutzende Keramikwerkstätten zum großen Weihnachtstöpfermarkt eingeladen.
Besucher und Töpfer lieben diesen Markt - viele bezeichnen ihn als etwas ganz Besonderes. Zum Beispiel Dagmar Lange, die seit einigen Jahren aus Karlsruhe nach Thurnau kommt. "Es ist so eine außergewöhnliche Stimmung hier. Und der Markt ist so gut organisiert. Ich komme wahnsinnig gerne", betont sie. Und die Besucher freuen sich, denn Langes Keramik bietet einen ganz eigenen Stil - klare Formen und eindeutige Farben.


Auswahlkriterien sind hart

So, wie fast alle Töpfer auf diesem Markt ihren eigenen Stil haben. Kein Wunder, denn die Auswahlkriterien, um hier teilnehmen zu können, sind hart. Der Platz im Schloss und auf dem Brandplatz ist begrenzt - und so müssen sich die Töpfer jedes Jahr wieder für eine Teilnahme bewerben.
Eine bunte Mischung verschiedener Aussteller: von mehr handwerklich bis künstlerisch ambitioniert, von bunt bis einfarbig, von blass bis kräftig und von groß bis klein - hier ist fast alles dabei, was das Herz des geneigten Freundes von Keramik begehrt.
Ross de Wayne Campbell ist aus Berlin angereist. Er macht Figuren, besonders Insekten, und auch Schmuck. Schon mehrmals hat er sich erfolglos für einen Platz in Thurnau beworben. Nun hat es endlich geklappt. Vom Ansturm der Besucher ist er begeistert.
Eine nicht repräsentative Umfrage unter den Töpfern hat ergeben, dass der Markt heuer besonders gut besucht war. Der Grund könnte auch das herrliche Wetter gewesen sein. Am Freitag hat es mit Regen begonnen, aber dann war perfektes Weihnachtsmarktwetter: kalt und trocken.
Auch Heike Flaschka von der Töpferei Drehwurm in Motschenbach hat sich gut vorbereitet. "Wir haben uns alle richtig dick angezogen, dann geht das ohne Probleme. Mir ist fast ein bisschen zu warm", witzelt sie. Dafür sind einige ihrer Arbeiten aneinandergefroren, aber das macht der Keramik zum Glück nichts aus.
Trotz des gewaltigen Ansturms blieb ein Parkchaos aus. Ein Grund dafür: Das Parkleitsystem der Gemeinde funktioniert hervorragend.