Ob es daran lag, dass es schon später war, oder daran, dass Menschen konservativ sind und sich manche Veränderungen nur schwer vorstellen können: Als Udo Weber vom Planungsbüro Kittner und Weber die Pläne zur Öffnung des Regenwasserkanals vom Kaulberg vortrug, regte sich Widerstand.
Dabei sollten von insgesamt 330 Metern ohnehin nur 100 Meter frei fließen, da auf der übrigen Länge Hofeinfahrten und andere Verkehrswege auf dem Kanal liegen. Die Kamerasa-nierung hatte gezeigt, dass der einst verlegte Falzrohrkanal aus Betonrohren mit einer Öffnung von 60 Zentimetern teilweise mit Wurzeln durchwachsen, rissig und an einigen Stellen verfüllt ist. Vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) gibt es nur dann einen Zuschuss, wenn der Graben teilweise offen verlegt wird: "Wir wollen nicht reparieren, wir wollen gestalten", erklärte Rainer Albart.
Gemeinderat Thomas Bauer (WG Pautzfeld) hatte gemessen, wie viel Wasser über diesen Kanal in den Weiher läuft und festgestellt, dass es momentan etwa 10 000 Liter pro Stunde seien. Ein Bürger erinnerte, dass dieser Graben ursprünglich verrohrt wurde, um damit den Weiher - einst als Löschwasserweiher angelegt - mit Wasser zu füllen. Ein anderer Anwesender wollte wissen, wie hoch der Pflegeaufwand für einen offenen Graben sei und appellierte an die Planer, diesen pflegeleicht auszuführen.
Diese Variante kostet 242 000 Euro, rechnete Weber vor, die mögliche Förderung durch das ALE beträgt 157 000 Euro. Werden neue und für Schwerlastverkehr geeignete Betonrohre im Boden verlegt, kostet es 281 000 Euro, die Förderhöhe ist bedeutend niedriger, so dass von der Gemeinde noch 248 000 Euro zu zahlen wären.
Eine preiswerte Sanierung der Rohre biete sich nicht an, da die Betonrohre durch die Verkehrslast bereits verformt seien.
Ein Anlieger plädierte dafür, den Graben nicht zu öffnen und befürchtete, dass sonst viele Häuser ins Rutschen kommen könnten. Die Varianten für die Sanierung des Regenwasserkanals sollen im Gemeinderat detailliert vorgestellt und diskutiert werden, sagte Bürgermeister Torsten Gunselmann (FWG): "Wir streben die beste Lösung für Pautzfeld an." hu