Dass am Ende die Bamberger Fans "Derbysieger, Derbysieger" skandieren würden, kam so überraschend nicht. Beim 80:61 (39:34)-Sieg der Brose Baskets gegen den fränkischen Bundesliga-Rivalen aus Würzburg hatten aber die Anhänger der Gäste zumindest in der ersten Halbzeit ebenfalls Grund, sich über die Vorstellung ihrer Mannschaft zu freuen. Doch schlussendlich kassierten die Würzburger nach dem 88:93 nach zweifacher Verlängerung gegen Ludwigsburg die zweite Niederlage binnen 48 Stunden und fielen auf den fünften Platz zurück. Die Bamberger gehen dagegen auch ins nächste Spiel als Tabellenführer: Am Mittwoch (20.30 Uhr) ist das Team von Trainer Andrea Trinchieri in Ludwigsburg gefordert.
"In solchen Spielen wie heute brauchst du Geduld. Wir haben gewonnen, ohne zu glänzen. Aber unser Sieg war verdient", meinte der italienische Coach. Der zähe Start beider Mannschaften - Bamberg erzielte seinen ersten Korb erst nach über zwei Minuten, die Würzburger gar erst weitere 50 Sekunden später - erwies sich zunächst als richtungweisend. Keiner fand seinen Rhythmus. Bamberg verlor in den ersten zehn Minuten fünfmal den Ball, Würzburg sechsmal. Zudem taten sich die Brose Baskets aus der Distanz schwer. Nur einer von neun Dreier-Versuchen in der ersten Halbzeit fand den Weg in den Korb. Bei den Unterfranken hingegen waren es gerade die Distanzwürfe, die sie im Spiel hielten.
Es gab zunächst wenige Höhepunkten, doch stachen im zweiten Viertel zwei Akteure heraus. Daniel Theis erzielte innerhalb von sieben Minuten neun Punkte, der Würzburger Aufbauspieler Dru Joyce lief sogar noch heißer und kam auf elf Zähler. Dass die Hausherren mit einer 39:34-Punkte-Führung in die Pause gingen, lag an ihrer guten Trefferquote in Korbnähe (76 Prozent), wo sie 16 Mal erfolgreich abschlossen.


Miller legt Joyce an die Kette

Nach der Pause kümmerte sich Darius Miller um Joyce und nahm ihn komplett aus dem Spiel. Dem Würzburger Regisseur gelang kein Punkt mehr, und auch seine Teamkameraden taten sich nun merklich schwerer. Angeführt vom überragenden Theis, der elf seiner zwölf Würfe traf, am Ende mit 25 Punkten Topscorer war und sich ein Sonderlob seines Trainers verdiente , fanden die Brose Baskets nun ihren Offensiv-Rhythmus. Mit einem 12:0-Lauf setzten sie sich im dritten Viertel schnell ab und gewannen diesen Abschnitt schließlich mit 23:7.
Beim Stand von 62:41 war das Derby schon vor dem Schlussdurchgang entschieden. "Nach der Pause hat Bamberg gezeigt, wie gut und hart man Basketball spielen kann. Wir dagegen haben nur zugeschaut", meinte Gästecoach Doug Spradley.
Bambergs Nationalspieler Elias Harris verfolgte den Sieg seines Teams von der Mannschaftsbank aus. Er hatte im Euroleague-Spiel gegen Sassari eine schmerzhafte Verletzung im Bauchmuskelbereich erlitten. "Es ist nichts Ernstes, aber sehr Unangenehmes", meinte Trinchieri. Er geht davon aus, dass Harris zwei bis drei Wochen ausfallen wird.