Die Hammelburger Laienspielgruppe "spectaculum" plant beim Stadtfest "1300 Jahre Hammelburg" am Samstag, 11., und Sonntag, 12. Juni, Straßentheater der besonderen Art. Wenn die Besucher des Stadtfestes Menschen begegnen, deren Kleidung so gar nicht der heutigen Mode entspricht, dann handelt es sich höchstwahrscheinlich um Schauspieler der Theatergruppe, die Bürgerinnen und Bürger darstellen, die um das Jahr 1900 leben.
Sie haben dann ihren Picknickplatz im Hof der Einhorn-Apotheke verlassen und mischen sich als Gruppe unter die Festgäste. Als "Gestrige" können sie mit bestimmten modernen Begriffen nichts anfangen und hoffen, dass einer der "Heutigen", also ein Besucher des Stadtfestes, ihnen das Wort erklären kann.
Während ihres Spaziergangs durch die Straßen der Stadt legen sie gelegentlich kurze Pausen ein und sprechen miteinander über Probleme ihrer Zeit. So klagen sie beispielweise lautstark über die "heutige Jugend" und wie diese durch Schulstrafen wieder auf den rechten Weg gebracht werden sollte. Sie erregen sich über spezielle Skandale ebenso wie auch ganz allgemein über den Sittenverfall des weiblichen Geschlechts und diskutieren die Rolle der Frau in der Gesellschaft.


Schwank im Wankelhof

Schließlich laden sie die Passanten ein, ihnen in die Dalbergstraße zu folgen, wo im "Wankelhof" der Familie Beichel auf einer Freilichtbühne ein kurzer Schwank von Hans Sachs aufgeführt wird. In ihm geht es um einen Priester, der "auf Abwege" geraten ist und nur mit Hilfe einer "teuflischen" List aus der misslichen Situation befreit werden kann.
Das "Spectaculum" beginnt mit dem Straßentheater an beiden Tagen um etwa 13 Uhr, die Uhrzeiten für das "Teufelsbannen" können dem offiziellen Programm entnommen werden. Die Theatergruppe hofft, damit einen passenden Beitrag zum Stadtfest zu leisten und wünscht allen gute Unterhaltung. red