Michelau — "Schlecht ist die Welt. Wir sehen, dass das Unrecht zunimmt", mit diesen Worten leitete Pfarrer Roland Höhr den Theatergottesdienst am Sonntag in der Michelauer Johanneskirche ein. Dass es oft keine Gerechtigkeit auf dieser Welt gibt, dieser Tatsache muss die Menschheit seit Jahrtausenden ins Auge sehen. Doch dass auch Gott als höchste Instanz schreiende Ungerechtigkeit zulässt, überfordert nicht selten auch strenggläubige Christen.
Auch der biblische Prophet Habakuk haderte mit seinem Gott angesichts der Ungerechtigkeit, die dem Volk Israel widerfährt. Das reizte, diesen Bibeltext zum Gegenstand eines Theatergottesdienstes zu machen, mit dem die Laienspielgruppe der evangelischen Kirchengemeinde Michelau am Sonntag Laetare in der Michelauer Johanneskirche auftrat.
Schreiende Ungerechtigkeit und Freude, wie passt das zusammen? Diese Frage bewegte auch die Autorin des Kirchentheaterstücks. Aus diesem Grund wählte Christiane Betz-Grünwald die Figur des Clowns als korrespondierende Person zum Propheten Habakuk. kag