Neukenroth/Friesen — Nichts für schwache Nerven war die erste Runde der Relegation zur Bezirksliga am gestrigen Sonntag. Sowohl der TBVfL Neustadt/Wildenheid (1:2 nach Verlängerung gegen den VfR Johannisthal) als auch der SC Sylvia Ebersdorf (3:4 gegen TSV Ludwigstadt) verpassten vor zusammen über 2100 Zuschauern ihr Ziel und müssen nächstes Jahr in der Kreisliga Coburg/Lichtenfels auf Torejagd gehen.
Die beiden Vertreter aus dem Spielkreis Kronach wahrten dagegen ihre Chance und haben jetzt sogar noch zwei Möglichkeiten, in der nächsten Saison in der Bezirksliga zu spielen. Das Scheitern war sowohl für die "Puppenstädter", als auch für die Sylvianer überflüssig, denn die Gegner waren schlagbar.

Ebersdorf führte 2:1

Der SC Sylvia Ebersdorf hatte zur Halbzeit noch die besseren Karten, führte 2:1, doch dann drehte der Kronacher Bezirksligist groß auf und erzielte noch drei Treffer zum 4:3-Sieg. Spätestens nach dem 4:2 durch Bezirksliga-Toptorjäger Florian Fischbach war das Spiel entschieden, der Anschlusstreffer von Wohlleben in der Nachspielzeit kam zu spät - die Partie wurde nicht mehr angepfiffen.
Nach dem 0:2 am Dienstagabend in Grub gegen die TSG Niederfüllbach bedeutet das 3:4 nun das Aus für die Sylvianer, die nächstes Jahr wieder in der Kreisliga Coburg/Lichtenfels kicken werden und einen erneuten Anlauf Richtung Bezirksliga starten müssen.

TSV Ludwigsstadt gegen
SC Sylvia Ebersdorf 4:3 (1:2)

Beide Teams versuchten es vorwiegend mit langen Bällen. So kamen auch die drei ersten Treffer auf diesem Wege zu Stande. In der 13. Minute setzte Pfeiffer mit einem wohltemperierten Steilpass den ansonsten unauffälligen Torjäger Fischbach in Szene, der mit einem überlegten Querpass seinen Mitspieler Kühnlenz mustergültig bediente. Wenig später gelang Ebersdorf nach einem ähnlichen Angriff der Ausgleich, bei dem Torwart Sieber zunächst glänzend reagierte, aber dann gegen den Schuss des nachsetzenden Zapf machtlos war (21.). In der 39. Minute brachte Belanger nach einer weiten Freistoßflanke mit einem Kopfballaufsetzer Ebersdorf in Führung.
Gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit reagierte der ansonsten wenig beschäftigte Sylvia-Torwart Carl gegen den freistehenden Kühnlenz glänzend. Eine Vorentscheidung zu Gunsten der Ebersdorfer vereitelte in der 52. Minute Torwart Sieber, als er nach einem abgewehrten Freistoß den Nachschuss aus Nahdistanz mit einer sensationellen Reaktion abwehrte.
In der Folge nutzte der TSV Ludwigsstadt die schwindenden Kräfte des Gegners zu einer optischen Überlegenheit. So gelang nach zwei guten Möglichkeiten dem aufgerückten Abwehrspieler Jungkunz mit einem gefühlvollen Flachschuss von der Strafraumgrenze der Ausgleich (60.).TSV-"Joker" Schmidt nutzte dann zunächst einen Fehler von Torwart Carl zum 3:2 (72.). Und wenig später setzte er mit einem weiten Einwurf Torjäger Fischbach in Szene, der mit einem gefühlvollen Heber aus spitzem Winkel das 4:2 erzielte (76.). In der Nachspielzeit gelang den fairen Gästen der 4:3-Endstand. lw

TBVfL Neustadt/W. gegen
VfR Johannisthal 1:2 (1:1) n. V.

Ein schwaches Spiel sahen die enttäuschten Zuschauer im Friesener Frankenwaldstadion. Nicht weniger als 1112 Beobachter bekamen ein von der Spannung lebendes Spiel geboten, in dem die Spieler beider Mannschaften extrem viele Fehler machten.
Die ersten Akzente setzten die Neustadter, und ein Heber von Höhn landete übers Tor. Aber Johannisthal ging mit der ersten Torchance in Führung, als Sachs auf Höfner flankte und dieser aus kurzer Distanz per Kopf erfolgreich war. Sofort machte der TBVfL noch mehr Druck, und der in dieser Phase noch auffällige Cannone sowie St. Müller setzten Kopfbälle knapp neben das Tor. In der 32. Minute jubelte der TBVfL-Anhang, aber der stramme Schuss von Cannone, der knapp neben dem Pfosten einschlug, wurde wegen einer Abseitsstellung nicht gegeben. Eine äußerst umstrittene Entscheidung, denn VfR-Torwart Mayer sah den Ball und wurde wohl nicht durch dem im Abseits stehenden Spieler behindert.
Drei Minuten nach Wiederanpfiff zog Höfner direkt ab, aber TBVfL-Torwart Volk stand goldrichtig. Nach 58 Minuten fiel der verdiente Ausgleich: Büchner zog in den Strafraum und scheiterte zunächst an Keeper Mayer, aber den Abpraller drückte Turturro über die Linie.
In der 74. Minute hielt der VfR-Torwart erneut das Unentschieden fest, als er einen abgefälschten Schuss noch um den Pfosten drehte. Danach verflachte das Spiel, da beide Mannschaften zum Ende hin mit Konditionsproblemen zu kämpfen hatten.
Dass am Ende die Johannisthaler dieses Duell für sich entscheiden würde, dachten die wenigsten, denn Torchancen waren für sie äußerst rar. Den Neustadtern fehlte während der gesamten Spielzeit der Mumm. Sie hatten die besseren Spieler auf dem Platz, doch keine Durchschlagskraft. Viel war auf Zufall aufgebaut, durchdachte Spielzüge hatten Seltenheitswert. Einfallslosigkeit bestimmte jetzt die Partie, an deren Ende immer mehr Akteure des späteren Siegers Wadenkrämpfe bekamen.
In der Verlängerung hatte der TBVfL dreimal die große Chance, das Spiel für sich zu entscheiden, scheiterte aber am eigenen Unvermögen. Als die Zuschauer schon mit einem Elfmeterschießen rechneten, brachte Johannes Wittmann seine Farben mit einem Kopfball, der sich als Bogenlampe senkte, mit 2:1 in Front. Dabei hatte TBVfL-Keeper Volk den ersten Schuss noch abgewehrt, danach brachte aber weder er, noch seine Mitspieler den lange in der Luft bleibenden Ball aus der Gefahrentzone.
Weitere Bemühungen der Neustadter in den letzten fünf Minuten brachte nichts mehr. Schiedsrichter Zahner, der auch nicht seinen besten Tag erwischte, pfiff das Spiel ab. oph/nk