Einige Aussagen des U-17-Bundestrainers stießen in Münnerstadt auf Verwunderung, erklären aber einiges, was in diesem Jahr bei EM-oder WM-Spielen der deutschen Junioren-Auswahlteams oder der Frauen-Nationalmannschaft zum Nicht-Titelgewinn führte. Unisono erklären Wück, wie vor Tagen schon die Co-Trainerin der Frauen, Ulrike Ballweg, "wir haben uns auf ein Spielsystem festgelegt und dieses ziehen wir unter allen Umständen durch". Das System beinhaltet folgende Punkte: Es wird der Ball unter Einbeziehung des Torhüters und der Verteidiger bei Dreiecks- oder Rautensystem bis zum gegnerischen Strafraum ruhig und unter Vermeidung von Zweikämpfen durchkombiniert. Lange Bälle aus der eigenen Hälfte heraus unter Umgehung des eigenen Mittelfeldes Richtung Stürmer sind verpönt, bzw. verboten. Die "Manndeckung eines gegnerischen Spielers" wird, unabhängig von den Künsten eines gegnerischen Spielmachers, nicht in Erwägung gezogen, es wird im Raum verteidigt, der ballführende gegnerische Spieler erst attackiert, nachdem er sich in Ballbesitz gebracht hat. Riskante Pässe, die die gegnerische Verteidigung überrumpeln, kommen in diesem "Matchplan" eigentlich nicht vor.

Ohne den Besserwisser spielen zu wollen, stellt sich doch die Frage, ob es Sinn des Fußballs ist, nach dem 30. Ballkontakt in Folge das Leder gerade einmal fünf Meter über die Mittelinie gebracht zu haben? Gebe ich dem Gegner bei dieser Spielweise nicht genügend Zeit, seine Abwehr geordnet aufzubauen? Mache ich mein Spiel mit diesem Dauersystem nicht berechenbar und somit verletzlich? Eignet sich dieses System durchwegs für Amateurvereine, die im Gegensatz zu Auswahl- oder Profimannschaften nicht über durchgehend ballsichere Spieler, geschweige denn über technisch versierte Torhüter, verfügen? Erfordert dieses System nicht eine hohe Trainingsfrequenz, die in der Rhön mangels Aktiven während der Woche nicht möglich ist?

Diese Frage stellen sich nicht nur der Kommentator, sondern auch diejenigen Trainern, die Woche für Woche bei personellen Problemen erfolgsorientiert zu arbeiten versuchen und dabei den Fans auch noch einen attraktiven, offensivfreudigen Fußball bieten wollen. Ehrlich gesagt, ich schaue mir lieber das schnelle Umschaltspiel des FC Thulba (kein Quergeschiebe bis zum Gähnen) oder das Konterspiel des FC Fuchsstadt, der nicht selten mit weiten Schlägen seinen Torjäger "Jogo" Feser erfolgreich findet - die beiden Teams sollen hier nur beispielhaft genannt sein - an, als ein gleichzeitig stattfindendes Spiel der deutschen Auswahlteams.