Rein technisch gesehen, stand die Südlink-Trasse nie in Frage. Man muss nur die Fakten zusammenzählen: Ministerpräsident Seehofer favorisiert genauso wie seine Wirtschaftsministerin Gaskraftwerke in Bayern. Seit langem. Ein Standort, der gesetzt war: Grafenrheinfeld. Wo führt Südlink hin? Grafenrheinfeld.
Dazu kommt der Netzknoten Großgartach bei Stuttgart, mit den Verbindungen Richtung Österreich. Wer sich die Strom-Großwetterkarte in Deutschland anschaut, wird die Zusammenhänge, die Zwänge und Interessen der Stromlobby schnell erkennen: Es kann nur auf Südlink hinauslaufen. Einige Kritiker sprechen von einem abgekarteten Spiel, das schon seit langem gemischt war.
Eine Frage, die übrig bleibt, ist die nach einer Bewertung des Energie-Dialoges. Was soll das Ganze? Im politischen Machtgeplänkel zwischen der bayerischen Staatsregierung und dem Wirtschaftsministerium in Berlin ist der Bürger wieder mal auf der Strecke geblieben. Der Energie-Dialog erweist sich als ein Feigenblatt, das derzeit in einem politischen Herbst vom Baum fällt. Drunter ist nix Schönes.