Litzendorf — Ob die Gemeinde Litzendorf wann und wie viele Asylbewerber unterbringen muss, ist völlig offen. Bürgermeister Wolfgang Möhrlein (CSU) steht zwar in Kontakt mit Landratsamt und Bezirksregierung sowie mit den Eigentümern geeigneter Immobilien, aber noch sei nichts entschieden, erfuhren der Gemeinderat und interessierte Bürger in der Sitzung.
Eine Unterbringung im Schützenhaus Kunigundenruh komme wohl nicht infrage, teilte Möhrlein mit. Die Gästezimmer dort stünden nach Auskunft des Betreibers nicht zur Verfügung. Problematisch wäre auch die Einquartierung in ehemaligen Schulen von Pödeldorf und Naisa, in denen nun Kindertagesstätten betrieben würden. Zumindest müssten separate Eingänge und sanitäre Anlagen errichtet werden. Einzelne Wohnungen, die die Gemeinde bereitstellen könnte, seien als Sammelunterkünfte nicht geeignet. Brauchbar wären sie jedoch zur Unterbringung von anerkannten Flüchtlingsfamilien. Allerdings möchte man auch die Vermischung von obdachlosen Einheimischen mit asylsuchenden Ausländern vermeiden.


Landratsamt prüft

Derzeit lässt das Landratsamt prüfen, ob ein ehemaliger Markt für die Zuteilung von 40 bis 50 Flüchtlingen in Anspruch genommen werden kann. Da auch hier Investitionen zum Beispiel in die Sanitäranlagen erforderlich sind, hängt einiges vom Eigentümer ab.
Möhrlein versicherte, die Ortsbürgerschaft vor einer möglichen Verwendung von Gebäuden zur Unterbringung von Flüchtlingen eingehend zu informieren und dazu auch eine Bürgerversammlung einzuberufen. In jedem Fall bleibe eine Vorbereitungszeit von vier bis acht Wochen, meinte der Bürgermeister. Und er machte auch klar: "Wegducken werden wir uns nicht können!" Wenn alle Dämme brächen, werde auch auf alte Schulen, Pfarrheime oder andere öffentliche Gebäude zurückgegriffen. wb