Kleinmünster/Haßfurt — Nahe der geplanten Windkraftanlage im Sailershäuser Wald ist offenbar ein Uhu-Brutgelege aufgetaucht. Das könnte das Aus für die Windräder dort bedeuten, meint die Bürgerinitiative gegen den Windpark (WK 88). Das Landratsamt Haßberge bestätigt den Fund, sieht aber (noch) keine Notwendigkeit einzuschreiten.
Im Sailershäuser Wald sind zehn Windräder geplant. Vor allem im Riedbacher Gemeindeteil Kleinmünster gibt es heftigen Widerstand gegen das Projekt, mit dem der Landkreis die Energiewende umsetzen will. Gegen sieben der zehn Windräder laufen Klagen vor dem Verwaltungsgericht in Würzburg. Für drei Windräder hat der Genehmigungsbescheid des Landratsamts Rechtskraft.
Laut Bürgerinitiative wurde eine Uhubrut nahe dem Windrad fünf mit wenigstens einem Jungtier nachgewiesen. Das Landratsamt Haßberge habe seit zwei Monaten Kenntnis davon, aber nicht reagiert, rügt die Bürgerinitiative, und stattdessen die Baumaßnahme (Rodung) fortgesetzt.
Inzwischen wurde auch die Regierung von Unterfranken in Würzburg eingeschaltet.
Das Landratsamt hält die gemachte Schilderung der Uhubrut "für plausibel". Die Behörde fordert aber konkrete Daten, etwa über eine systematische Uhukartierung. Die Behörde sichert weitere Untersuchungen zu. Aber ein Baustopp "ist rechtlich derzeit nicht begründbar", betont das Amt. ks