von unserem Redaktionsmitglied Rainer Lutz

Rödental — Wenn es um die Finanzen geht, sind positive Meldungen in den meisten Kommunen selten geworden. Um so erfreulicher für die Mitglieder des Verwaltungssenats in Rödental, dass ihnen Kämmerin Karin Beier bei ihrer gestrigen Sitzung zur Planung des Nachtragshaushalts auch ein paar gute Nachrichten mitgebracht hatte.
So sprudelt etwa die Einnahmequelle Gewerbesteuer spürbar kräftiger, als am Jahresbeginn angenommen. 3,15 Millionen Euro erwartet Karin Beier nach den aktuellen Erkenntnissen. Das sind immerhin 270 000 Euro mehr. Entsprechend wurde auch die Gewerbesteuerumlage erhöht und zwar um 51 000 Euro. Die Investitionspauschale steigt um gut 35 000 Euro.
Die Pauschalzuweisung für die Schülerbeförderung wurde um 42 000 Euro aufgestockt. Und bei den Personalkosten rechnet Karin Beier mit Einsparungen in Höhe von 56 000 Euro. Das wurde zum einen durch Personalwechsel erreicht. Aber: "Wir haben frei gewordene Stellen auch nicht sofort wieder besetzt. Und neu eingestellte Kräfte sind zunächst auch nicht so teuer wie die vorher beschäftigten", erklärte Bürgermeister Marco Steiner (FW).


Manches wird teurer

Andererseits müssen für den Nachtragshaushalt auch an einigen Stellen Mehrkosten eingeplant werden. So wurden beispielsweise an der Grundschule Rödental Mitte drei offene Ganztagsklassen eingeführt. Für die Stadt bedeutet das Mehrkosten von rund 9000 Euro. Dieser Betrag ergibt sich auch deshalb, weil die Sätze, nach denen die Beteiligung der Stadt an den Kosten für die Klassen berechnet wird, angehoben wurden.
Ein Wasserschaden im Kindergarten St. Marien verursachte ebenfalls nicht planbare Kosten von 19 000 Euro.
Teuer für die Stadt wirkt sich auch eine Änderung des Baye rischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetzes (BayKiBiG) aus. "Durch die Erhöhung des Basissatzes und der noch für 2013 und 2014 eingegangenen Abrechnungen ist eine Erhöhung um 350 000 Euro notwendig geworden", informierte Karin Beier die Senatsmitglieder. Weil allerdings auch die Einnahmen um 200 000 Euro gestiegen sind, muss die Stadt eine Nettobelastung von "nur" 150 000 Euro im Nachtragshaushalt einplanen.
Im Investitionsbereich wurden Planungskosten für die Generalsanierung berücksichtigt. Dafür sieht das Zahlenwerk 18 000 Euro vor.
Wenn der Landkreis die Kreisstraße CO 17 in der Ortsduchfahrt von Unterwohlsbach ausbaut, dann wird in diesem Zug auch die bestehende Bushaltestelle komplett umgebaut. Wo derzeit das Feuerwehrhaus steht, an das eine Unterstellmöglichkeit angebaut wurde, wird eine moderne Busbucht entstehen. Das Feuerwehrhaus muss dafür weichen. Die Wehr erhält eine neue Lösung in der Ortsmitte.


Mehr Platz für den Bus

Die neue Busbucht soll dafür sorgen, dass der Bus nicht mehr zurückstoßen muss, wenn er nach dem Halt wieder losfährt. Das ist künftig nicht mehr zulässig. Allerdings muss den Ausbau der Busbucht die Stadt übernehmen, weil die Fläche eben nicht zur Kreisstraße gehört. Damit beispielsweise die Planung schon beginnen kann, wurden im Nachtragshaushalt für dieses Vorhaben 25 000 Euro vorgesehen.
Insgesamt konnte der Entwurf des Nachtragshaushaltes, über den der Senat zu beraten hatte, in den Vormerkungen mit einer Zuführung zum Vermögenshaushalt in Höhe von 2 978 100 Euro (ein Plus von 83 800 Euro) und einer Rücklage mit 602 400 Euro (plus 45 400 Euro) ausgeglichen werden.