Konflikte und Kriege werfen einen langen Schatten. Sie hinterlassen körperlich und seelisch Versehrte. Sie rauben Leben, Zukunft und Hoffnung.
Die Ausstellung "Barriere: Zonen" der Hilfsorganisation "Handicap International" zeigt im Dokumentationszentrum "Zeiler Hexenturm" 14 Menschen mit Behinderung, deren Schicksal ein Konflikt prägt oder bestimmt hat. Getroffen hat der Bamberger Fotograf und Journalist Till Mayer die Protagonisten bei Recherche-Reisen in den vergangenen fünf Jahren. Am Donnerstag, 6. Oktober, wird die Ausstellung eröffnet. Beginn der Vernissage ist um 19 Uhr.
"Barriere: Zonen" zeigt in beeindruckenden Schwarz-Weiß-Aufnahmen starke Menschen, die in einem Umfeld voller Barrieren bestehen. So manche konnten sie schon überwinden. Andere werden noch viel Kraft fordern. Eines haben die Porträts gemeinsam. "Sie alle fordern Respekt ein", sagt Till
Mayer. In Zeil stellt er sein Buch und seine Ausstellung vor. Sie enthält beeindruckende Porträts, wie die Volkshochschule als Mitveranstalter informiert. Da ist Barry Romo, der traumatisierte Vietnam-Veteran aus Chicago. Er findet seit vier Jahrzehnten keinen richtigen Schlaf mehr. Im Krieg musste er sechs Menschen töten. "Bin ich noch ein guter Mensch? Kann ich es noch sein", fragt er den Betrachter. Oder die zwölfjährige Rollstuhlfahrerin Lubna. In Gaza erlebt sie jeden Tag, was es heißt, in einer Welt voller Barrieren zu bestehen.


Osama macht anderen Mut

Osama ist als Folge eines Raketenangriffs in Syrien querschnittsgelähmt. Jetzt macht er im Libanon anderen Flüchtlingen Mut. Sogar Arbeitsplätze hat er geschaffen.
Jeanette Lubira traf der Bamberger Fotograf in einem Flüchtlingslager im Kongo. Die 40-Jährige kroch dort regelrecht auf dem steinigen Boden. Mit einem Rollstuhl könnte sie einen kleinen Kuchenverkauf starten. Hofft und träumt sie. "So haben die Menschen doch höchstens Mitleid mit mir. Es schmerzt, wenn man unterschätzt wird. Ich bin ein ganzer Mensch, nicht nur ein halber", sagt sie.
Till Mayer, Autor der Ausstellung, berichtet seit Jahren über Menschen mit Behinderung in Konflikten und Kriegen. Für sein humanitäres Engagement als Journalist und Fotograf wurde er mehrfach ausgezeichnet. Die Erstellung von "Barriere: Zonen" wurde durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gefördert. Im Buchhandel und im Erich-Weiss-Verlag ist das begleitende Buch "Barriere:Zonen" erhältlich.
Die Ausstellung ist bis 13. November in Zeil zu sehen. Öffnungszeiten bis Ende Oktober sind donnerstags bis sonntags und an Feiertagen jeweils von 11 bis 17 Uhr, ab November am Samstag und Sonntag sowie an Feiertagen von 13 bis 16 Uhr. red