Bad Staffelstein — Seit dem 11.11. sorgte er für Freude, Kopfschmerzen und Schlafdefizite - am Dienstag nun, dem letzten Tag der "fünften Jahreszeit", wurde der Fasching vom SKK Staffelstein im "Anger stübla" feierlich beerdigt. Vor der letzten Ölung um Mitternacht sangen, tanzten und feierten die Narren aus der Adam-Riese-Stadt bei Musik von "Gitty und Rainer" aber noch einmal, was das Zeug hielt.
"Wir kommen alle, alle, alle in den Himmel, weil wir so scharf sind ..." und "So ein Tag, so wunderschön wie heute", sangen und schunkelten die SKKler um ihren Vorsitzenden Matthias Graß, um bei flotteren Klängen die Tanzfläche zum Beben zu bringen. Sie tanzten von der Nordseeküste bis nach Amarillo, genossen die grenzenlose Freiheit "über den Wolken" und Party-Klassiker wie "Schatzi, schenk mir ein Foto" durften freilich ebenso nicht fehlen. Bei "Let's twist again" ging es dann so richtig ab. Kein Wunder, dass diejenigen SKK-Mitglieder, die ausgelassen das Tanzbein schwangen, irgendwann ihr rotes Jackett auszogen, weil es ihnen zu warm wurde. Ein Lob gebührt an dieser Stelle den Musikern, die zwischen gemütlichen Schunkelliedern und Vollgas-Faschingshits wechselten.
Der Aschermittwoch kommt früh genug, dachten sich die Närrinnen und Narren. Schlapp machen galt also nicht und so blieb auch bei der Polonaise durchs "Angerstübla" kaum jemand sitzen. Sehr amüsant gestaltete sich auch die Einlage von Margit Schnapp und Kathrin Graß. Zu den Klängen von "Das Wandern ist des Müllers Lust" zogen die beiden ein und übergaben den "goldenen Wanderstiefel" sowie den Gummiorden am Bande an Petra Graß. Sie brachten damit die Anerkennung für die Frau des SKK-Präsidenten zum Ausdruck, die "für das Gelingen der Veranstaltungen des SKK wieder richtig Gummi gab", so Schnapp. Das war natürlich im übertragenen Sinne gemeint, spielte auf eine Begebenheit bei der Weihnachtswanderung des SKK an. Damals hatten sich die Gummischuhsohlen der Präsidentengattin förmlich aufgelöst.
Und dann wurde wieder getanzt und gefeiert, als gäbe es kein Morgen. Stimmte ja auch irgendwie - denn die Uhr im "Angerstübla" schritt unerbittlich voran, der Fasching ging seinem Ende entgegen. Kurz vor Mitternacht war es schließlich soweit: Das "Angerstübla" wurde abgedunkelt, der Fasching symbolisch zu Grabe getragen, wofür sich die vom Tanzen durchgeschwitzten SKKler wieder in Schale warfen.
Noch einmal blitzte der Schalk aus den Augen von SKK-Präsident Graß. Mit einer humorvollen "Trauerrede" wurde Abschied genommen vom liebgewonnenen Freund Fasching. "Mit ihm hatten wir jede Menge Gaudi, aber auch manchmal großen Ärger, insbesondere wenn wir in der in der Früh nach Hause kamen". Augenzwinkernd ließ er Rathaussturm, Faschingsball, Kinderfasching und andere Veranstaltungen, bei denen der SKK mitwirkte, Revue passieren.
"Unser Fasching hat in seinem kurzen Leben viele Freunde gefunden - doch jetzt hat es ihn dahingerafft", so die feierlichen Worte des SKK-Vorsitzenden, der mit Gerstensaft schließlich dem von Margit Schnapp verkörperten Fasching die letzte Ehre erwies: "Aus diesem Glas hast du so oft getrunken, drum wird dir der Rest über den Schädel gegossen. Am Aschermittwoch ist alles vorbei, doch am dem 11.11. leuchten wir wieder nei. Prost!" Mario Deller