von unserem Mitarbeiter Harald Riemer

Bad Staffelstein — Abgefeuerte Böllerschüsse der Nürnberger Stadtwache eröffneten am Sonntagvormittag am Stadtturm, dem ehemaligen Bamberger Tor, den Einzug der historisch anmutenden Handwerker und Marketenderinnen. Der Fanfaren- und Spielmannszug aus Hofheim führte Kaufmannschaft und Magistrat in die malerische Innenstadt. Die Kulisse aus Fachwerkhäusern mit dem Rathaus im Mittelpunkt bot einen schönen Rahmen für das Spektakel.
Das altertümliche Handwerk in mittelalterlichen Gewändern überzeugte mit detailgetreuer Ausstattung und verführte die Gäste in eine lang vergangene Zeit. Die Gaukler, Bauern, und Edelleute hatten unter den Augen Tausender Zuschauer den Stadtkern fest im Griff. Bader, Hufschmied, Münzpräger, Pinselmacher, Wollhändler und viele weitere Gilden, insgesamt 27 Handwerkszünfte, konnten mit stilechten Werkzeugen und Utensilien beeindrucken.

Rechnen nach Adam Ries(e)

Auf der Bühne vor dem Rathaus begrüßte Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU) die Gäste. Nachdem das Rechnen nach Adam Ries(e) mit den Fingern sehr kurzweilig von Professor Ulrich Reich erläutert worden war, folgte das Marktspiel.
In dem Schauspiel geht es um die Verleihung des Marktrechts anno 1130. Rund 120 Mitwirkende, hauptsächlich aus Schönbrunn, sorgten für eine unterhaltsame Aufführung dieses Kapitels der Stadtgeschichte. Nur alle fünf Jahre wird das sehenswerte Stück aufgeführt. Dementsprechend drängten sich auch viele interessierte Zuschauer um die besten Plätze.

Zeitreise ins 12. Jahrhundert

Die Zeitreise wurde gekonnt inszeniert durch Wachleute, spielende Kinder und Weibsvolk auf dem Marktplatz. Die historischen Ereignisse wurden kurzweilig dargeboten. Musik von unterschiedlichen "altmodischen" Instrumenten tönte durch die geschmückte Altstadt.
Den Höhepunkt des Marktspiels bildete die Übergabe der Urkunde, die einst Kaiser Lothar ausgestellt und der Graf von Giech überbracht hatte. Die Abgesandten des Bamberger Domkapitels brachten unter anderem ein Fass Bier mit, damit sich die Staffelsteiner laben konnten, und gleichermaßen sollten sie auch loben, und zwar den Herrn, verkündete der Propst, der die Erklärung gestenreich vortrug.
Der historische Bürgermeister beschrieb während der Zeremonie sein Land und seine Heimatmit lobenden Worten.

Großer Applaus für die Darsteller

Mit großem Applaus wurden die Laiendarsteller verabschiedet. Bürgermeister Kohmann dankte stellvertretend für alle Mitwirkenden der Regisseurin Lilo Ziegler, die bereits 1980 bei der Uraufführung dabei gewesen ist. Als Fotomotive waren dann die Darsteller vor der Kulisse des Rathauses heiß begehrt.