Die Stadt wird künftig die Aufnahme von Praktikanten in Kindertagesstätten zentral über das Personalamt regeln. Oberbürgermeister Uwe Kirschstein reagiert damit auf den Fall einer Praktikantin, die während ihrer kurzfristigen Tätigkeit in einem städtischen Kindergarten an Tuberkulose erkrankt war.
Künftig werden die Einrichtungen wie bisher Bewerbungsgespräche führen, die endgültige Entscheidung über eine Aufnahme wird dann aber im Personalamt getroffen werden. Kirschstein: "Ich möchte klarstellen, dass unsere Kindergartenleiterinnen bei der Aufnahme von Praktikanten bisher alles richtig gemacht haben. Wir hatten bisher keinen Anlass, an den Bestimmungen etwas zu ändern und reagieren nur auf die jüngsten Vorkommnisse. In Zukunft wollen wir grundsätzlich zentral erfassen, wer für die Stadt ein Praktikum ableisten soll und auf diese Weise versuchen, neue Standards zu setzen."
Es sei eine Tatsache, dass der jüngste Fall auch durch diese Umstrukturierung in der Verwaltung nicht hätte verhindert werden können. Die bis zum Jahr 2000 vorgeschriebene Belehrung sowie ein Tuberkulintest bzw. eine Röntgenaufnahme der Atmungsorgane wurde vom Gesetzgeber durch eine Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz ersetzt. Bei kurzfristiger Aufnahme von Praktikanten gab und gibt es seitens des Gesetzgebers auch keine Verpflichtung zu solchen Maßnahmen.


Risiko nicht völlig vermeidbar

Der Oberbürgermeister dazu: "Wir sind uns bewusst, dass wir in Zukunft häufiger mit solchen Problemen rechnen müssen, deshalb werden wir uns in enger Absprache mit der Regierung Oberfranken, dem Betriebsarzt, der Kindergartenfachaufsicht und den Kindergartenleitungen überlegen, wie wir bei Aufnahmen vorgehen müssen."
Über 90 Prozent der Praktikanten kommen aus dem Bereich der Kinderpflegeschulen und Berufsakademien, wo eine Belehrung nach dem IfSG durch den Betriebsarzt oder dem Ausbilder erfolgt ist.
Kirschstein legt Wert darauf, dass die Stadt weiterhin Praktika erlauben möchte: "Für Menschen, die einen Beruf im Bereich Kinderpflege ergreifen wollen, muss es die Möglichkeit geben, sich ein Bild von diesem Beruf zu machen."
Das Szenario, dass durch externe Personen, auch Eltern, Großeltern, Besucher oder durch die Kinder selbst, eine Infektion eingeschleppt werden kann, lasse sich leider nicht vollständig ausschließen.