Andreas Dorsch

Einigkeit über alle Fraktionen gibt es im Höchstadter Stadtrat selten. Nur wenn es um das Thema Flüchtlinge geht, ziehen die Räte bisher an einem Strang und wollen dies auch in Zukunft tun. In ihrer Sitzung am Montagabend stellten sie sich hinter das von der Verwaltung und Bürgermeister Gerald Brehm (JL) präsentierte Modell eines Höchstadter Integrationszentrums für Flüchtlinge. Hier sollen die untergebracht werden, die Chancen haben, länger bleiben zu können.


Maximal 80 Personen

Geplant ist ein Haus, in dem maximal 80 Flüchtlinge wohnen können, in dem sie betreut werden, Deutschunterricht bekommen und auf das Leben und Arbeiten in unserer Gesellschaft vorbereitet werden.
Wo dieses Haus stehen oder errichtet werden könnte, darüber diskutierten die Stadträte erst einmal hinter verschlossenen Türen. Bürgermeister Brehm ließ sich nur entlocken, dass es verschiedene Standort-Alternativen gebe, eine Entscheidung aber noch nicht gefallen sei. Ein fertiges Konzept könnte im März stehen.


Private Träger möglich

Träger eines solchen Integrationszentrums müsste nicht unbedingt die Stadt sein, meint der Bürgermeister. Das könnte auch eine karitative Einrichtung oder ein Privatmann übernehmen. Mit verschiedenen in Höchstadt aktiven sozialen Einrichtungen, Gruppierungen und Helferkreisen hat die Verwaltung bereits an einem Runden Tisch gesprochen und Unterstützung signalisiert bekommen.
Im öffentlichen Teil der Stadtratssitzung mahnte Brehm zur Eile, "denn sonst laufen die Fördergelder davon". Höchstadt sei die einzige Gemeinde im Landkreis, die schon seit über 30 Jahren eine Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber habe, sagte Brehm und zeichnete nicht nur davon ein positives Bild. Es gebe einen Helferkreis mit 30 Personen, die Bedenken gegen die dezentrale Unterkunft in der Engelgasse hätten sich in Wohlgefallen aufgelöst.
Etwa zwei Prozent ihrer Bevölkerung müsse die Stadt an Flüchtlingen aufnehmen, kündigte der Bürgermeister an. Dabei sei aber eine zweite Gemeinschaftsunterkunft ohne Betreuung nicht wünschenswert. Die Stadt möchte bei der Flüchtlingsunterbringung weiterhin das Heft in der Hand behalten, Mieten und Grundstückspreise sollen nicht in die Höhe getrieben werden.


Rechtzeitig informieren

SPD-Sprecher Andreas Hänjes will schon einmal 50 000 Euro für Planungen im Haushalt bereit stellen. Weiterhin "nicht konträr im Stadtrat diskutieren" möchte Junge-Liste-Sprecher Michael Ulbrich das Thema Flüchtlinge.
Sein CSU-Kollege Michael Schwägerl sichert die Unterstützung der CSU zu, hält die Vernetzung der verschiedenen Organisationen für richtig und fordert, die Fraktionen in Pläne frühzeitig einzubinden.