"Die machen gieks", so beschreibt der zweijährige Franz Steimer aus Burghaig die Igel, die seit einigen Wochen im Garten seiner Familie leben. Franz' Vater hat die Igelmutter als erster entdeckt. "Sie hat Blätter unter den Holzstoß getragen", erzählt Ernst Steimer.
Die Kinder hätten sich bereits über den großen Igel riesig gefreut, und erst recht als die vier kleinen aufgetaucht sind. "Die sind sogar nachmittags durch das Gras gewuselt bis hin zur Terrasse. Dann hat sie die Igelmutter am Genick gepackt wie eine Katze und sie zurückgetragen unter den Holzstoß", berichtet Ehefrau Christine.


Mit Geräuschkulisse

Es sei beeindruckend gewesen, wie laut so ein tapsiger, kleiner Igel schnüffeln, schmatzen und fauchen kann. Eine Woche lang gab es diese tierische Nachmittagsvorstellung im Garten. "Wir haben sie gern beobachtet. Das war unser Ferienevent", sagt Christine Steimer. Mit zunehmendem Alter sind die Jungigel etwas scheuer geworden, seit einiger Zeit gehen sie erst in der Abenddämmerung auf Streifzug.
Tochter Anna (12) erklärt, warum sie sich so sehr über die stacheligen Gartengäste gefreut hat: "Das ist was Besonderes, das hat nicht jeder." Sohn Max (8) ist der eigentliche Igelexperte der Familie, in der zweiten Klasse hat er im Unterricht ein Igelbuch gebastelt. Einiges davon ist hängen geblieben.


Gute Nase

"Der Igel sieht nicht gut, dafür hat er eine gute Schnüffelnase", sagt Max. Er weiß auch, dass Igel sich bei Gefahr zusammenrollen und dass Igel in der Winterkälte sterben können. Die Steimers überlegen nun, wie sie die Igel in der kalten Jahreszeit am besten unterstützen können.
Das Thema Zufüttern hat sie lange beschäftigt. Im Internet haben sie zahlreiche Tipps gefunden, von Katzenfutter über gekochtes Ei bis hin zu einem ganzen Sortiment an speziell gefertigtem Igelfutter. Eine benachbarte Försterin hat jedoch abgeraten.
Im Garten der Steimers gebe es genügend natürliche Nahrung für die Igel: Insekten, Spinnen, Würmer sowie zahlreiche Himbeer- und Brombeersträucher. "Ich glaube, der Winterspeck ist gesichert", sagt Christine Steimer. Einmal habe sie den Igeln ein gekochtes Ei hingestellt, das hätten sie aber kaum angerührt. Was die Winterfütterung von Igeln betrifft, gehen die Meinungen der Experten auseinander.
Während viele Tierschützer auf jeden Fall dazu raten, sagt Alexander Kusche von der Unteren Naturschutzbehörde in Kulmbach: "Igel sind Wildtiere, die allein auskommen. Fütterung macht sie abhängig." Kusche zufolge hilft man Igeln am besten durch das Schaffen von Überwinterungsstrukturen.


Am besten naturnah

Das geht ganz einfach, Kusche erklärt: "Erdreste, Schnittgut und Laub einfach zu einem Haufen zusammenfassen und im Garten liegen lassen. Wichtig ist nur, dass es im Kern trocken ist."
Auch die Steimers haben sich schon Gedanken gemacht über ein mögliches Winterquartier für ihre vierbeinigen Gartengäste. Christine Steimer sagt: "Eigentlich wollten wir demnächst das Holz zum Heizen ins Haus räumen, aber die Kinder haben Veto eingelegt. Der Platz unter dem Holzstoß ist nun für die Igel reserviert. Wir hoffen, dass sie dableiben."