Der Ort des Totengedenkens im linken Seitenschiff der Höchstadter Stadtpfarrkirche St. Georg wird nach Angaben von Dekan Kilian Kemmer während der Woche am meisten von Passanten aufgesucht. Die Motive sind seiner Ansicht nach verschieden.
Die einen wollen schlicht weg erfahren, wer während der Zeit ihrer Abwesenheit gestorben ist. Die anderen nehmen sich Zeit, vor dem Altar des heiligen Josef, dem Patron der Sterbenden, für ihre Toten zu beten. Wieder andere haben erst vor kurzem einen Verwandten verabschieden müssen und suchen an dem Ort, an dem sein Totenbildchen ausgestellt wird, Ruhe und Einkehr, um sich im Gotteshaus an einen lieben Menschen zu erinnern.
Gerade im bevorstehenden Totenmonat November wird der Ort des Totengedenkens wieder besonders häufig aufgesucht, so die Beobachtung von Dekan Kemmer während der letzten Jahre. Das Buch mit den Erinnerungsbildchen für die Verstorbenen der St.-Georgs-Pfarrei liegt auf einem Stehpult auf, das mit einem schwarzen Trauervorhang geschmückt ist, den schon vor Jahren Helga Geier vom Stickkurs des Katholischen Frauenbundes kunstvoll gestaltete.


Sonntägliches Gebet

Nunmehr kam die Idee auf, auch die Namen der neu Getauften in einem Taufbuch aufzulegen. Um dem Datenschutz gerecht zu werden, verzeichnet Pfarrsekretärin Silvia Lohmann hier nur die Namen und das Taufdatum der Kinder.
Schon seit Jahren betet die Pfarrei allsonntäglich für die aktuell getauften Kinder. Jetzt steht auch im rechten Seitenschiff der Stadtpfarrkirche vor dem Marienaltar und in unmittelbarer Nähe zum Taufstein ein weiteres Stehpult, auf dem das Taufbuch ausliegt. Auch hierfür schuf Helga Geier wieder ein in wochenlanger Feinarbeit gesticktes Antependium, dessen Symbolik auf die Taufe Bezug nimmt. Unlängst stellte Dekan Kilian Kemmer das neue, kunstvolle Inventarstück der Gemeinde vor.
Am Weltmissionssonntag erinnerte der Dekan daran, dass Mission zu den wesentlichen Aufgaben einer Glaubensgemeinschaft zähle. "Eine Glaubensgemeinschaft, die nicht mehr missionarisch tätig ist, hört auf, sich mit ihren Inhalten zu identifizieren." Dabei ist klar, dass Mission nicht aus Zwang oder Gewalt bestehen darf, sondern "durch Beispiel und Vorbild überzeugen muss". Jede Taufe drückt die Mission der Kirche aus, die in Deutschland "einer Neuevangelisierung dringend bedarf". red