"Wir stehen aktuell vor einer Herausforderung, die wir so in unserem erfahrenen Trainerteam noch nicht erlebt haben", umschreibt VfL-Cheftrainer Stefan Braungardt das heutige Prestigeduell mit dem finanziell angeschlagenen FC Eintracht Bamberg 2010 treffend.
Eine ohnehin bereits schwierige Konstellation, die dadurch verstärkt wird, dass weiterhin unklar zu sein scheint, ob die zwei Zähler vor den Frohnlachern platzierten Domstädter nun tatsächlich unabhängig vom sportlichen Abschneiden definitiv den bitteren Gang in die Landesliga antreten müssen oder für die Mannschaft des ab 2016/2017 den TSV Abtswind trainierenden Coaches Petr Skarabella trotz schon im März beantragter Insolvenz theoretisch noch eine Teilnahme an der folgenden Abstiegsrelegation möglich ist.
"Es sollte ungeachtet dieser Spekulationen ja aber sowieso der Ansporn eines jeden Fußballers sein, die Saison keinesfalls am absoluten Ende des Klassements abzuschließen", strebt Braungardt in seiner letzten regulären Heimpartie auf der Bank des Willi-Schillig-Stadions ganz klar einen weiteren Dreier an, um sich auf diese Weise eben exakt nicht auf solch eventuelle Entscheidungen am grünen Tisch verlassen zu müssen, sondern die rote Laterne aus eigener Kraft abgeben zu können.
Pünktlich zu diesem besonderen Oberfrankenderby lichten sich allerdings nun zumindest die Reihen im Lazarett der Blauweißen, was die Aufgabe für die im Sommer scheidenden Frohnlacher Urgesteine Braungardt, Assistent Weber und Physiotherapeut Stummer jedoch keineswegs nur erleichtert.
"Wir müssen, ähnlich wie sonst auch, jetzt unter erheblichem Punktedruck genau abwägen, wen wir wieviel Spielzeit geben, um rechtzeitig zur Saisonverlängerung fit zu werden und wem wir wann Pausen gönnen, um in den entscheidenden K.o.-Duellen in Vollbesitz der Kräfte zu sein", beschreibt der VfL-Chefanweiser sein Dilemma, in welchem er zum Ende seiner langjährigen Amtszeit auf der Kommandobrücke der Wischi-Elf momentan steckt. Zur Lösung dieses Personalrätsels trägt allerdings auch ein Blick auf die Situation beim heutigen Kontrahenten der Frohnlacher nicht gerade bei.
Die Violetten stehen doch ebenfalls vor einem Umbruch, der durch die finanzielle Schieflage des Vereins bereits eingeleitet wurde. Der FCE hat auch in den zurückliegenden Begegnungen schon immer wieder mit einem Mix aus Akteuren der ersten drei Herrenteams und dem ambitionierten Nachwuchs des Clubs gespielt.
"Wir haben jedoch nach wie vor allerhöchsten Respekt vor unserem ewigen Rivalen aus Bamberg, dessen von mir sehr geschätzter Übungsleiter garantiert dafür sorgen wird, dass die verbliebenen Kicker in jedem Fall bis zur letzten Sekunde beißen werden", hat Braungardt registriert, dass sich die immer wieder bunt zusammengewürfelte Skarabella-Truppe auch zuletzt stets äußerst achtbar aus der Affäre zog. So zum Beispiel den Teams aus Eltersdorf oder Großbardorf über weite Strecken durchaus Paroli geboten. Es steckt daher also noch ein hartes Stück an Arbeit vor den Mannen um Kapitän Sinan Bulat, der sich nach Beendigung der laufenden Runde dem TBVfL Neustadt-Wildenheid und somit seinem Heimatverein anschließen wird, bevor die Vorstandschaft des VfL Frohnlach alle Kicker, die im Sommer dem Willi-Schillig-Stadion den Rücken kehren, im Anschluss an das bevorstehende Oberfrankenderby gebührend auf eine dem Auswärtsmatch in Weiden folgende, hoffentlich anschließende Ehrenrunde mit dem Klassenerhalt als Happyend verabschieden wird.


Eckert geht zur DJK Bamberg

Auf diese Ehrenrunde geht auch der Inenverteidiger Alexander Eckert, der nach drei Jahren den VfL Frohnlach in Richtung DJK Bamberg ebenfalls verlässt.


Skarabela nach Aubstadt

Skarabela, der Trainer des FC Eintracht Bamberg, wird ab der nächsten Saison für den Landesligisten TSV Abtswind an der Linie stehen. Sein Vertrag läuft zunächst für ein Jahr. "Ich freue mich auf die neue Herausforderung und habe ein gutes Gefühl. Der TSV Abtswind ist ein sehr gut geführter Verein mit Ambitionen", so der scheidende Trainer, der schon im Vorfeld Vorschusslorbeeren erhält: "Wir wissen um die Qualitäten von Petr Skarabela", so Aubstadts Manager Christoph Mix. "Er kommuniziert sehr viel mit den Spielern und bringt eine Mannschaft auf ein höheres Leistungsniveau. Er entwickelt junge Akteure weiter, verwirklicht erfolgreich Spielideen und wird geschätzt für sein herausragendes Ausdauertraining, das auf spielerischen Elementen fußt." Heute will er aber erst nochmals in Frohnlach punkten.