von unserem Mitarbeiter Stefan Lutter

Burgkunstadt — "Spaß an der Bewegung haben - und das gemeinsam mit den Mitbürgern." Die Beschreibung von Bürgermeisterin Christine Frieß hätte sich gut als Motto für den Regens-Wagner-Fitnesslauf geeignet. Die neunte Auflage der Veranstaltung trumpfte am Samstagnachmittag nicht nur mit tollen sportlichen Leistungen und einer Rekordbeteiligung auf, sondern lebte vor allem von der beeindruckenden Stimmung am Gutshof.
Dass das Kräftemessen für die sportlichsten und den Regens-Wagner-Bewohnern zu den Höhepunkten des Jahres gehört, zeigte sich schon im Vorfeld. 14 von ihnen hatten mit dem Ablegen des Sportabzeichen trainiert; bereits eine halbe Stunde vor dem Startschuss des Hauptlaufs scharten sie sich um die Linie, blickten mit konzentrierten Minen auf die ersten Meter der Strecke.

Hohes Tempo am Anfang

Die Spannung entlud sich, als der Start-Countdown mit Publikumsbeteiligung abgelaufen war. Allerdings führte sie bei manchem Läufer auch zu Übermut. Hoch war das Tempo nur in den ersten beiden von insgesamt fünf Runden; auch aufgrund der sommerlichen Temperaturen ging einigen Sportlern gegen Ende der 2,5 Kilometer langen Strecke dann doch die Puste aus.
Was auch der Sieger bestätigte: "Ich habe es langsam angehen lassen und bin gleichmäßig gelaufen. So konnte ich am Schluss noch Einige überholen", erklärte Dominik Lux, der das Ziel nach 15,25 Minuten erreichte, seine Taktik. Der 23-Jährige, der sich zwar nicht gezielt vorbereitet hatte, aber durch regelmäßiges Herz-Kreislauf-Training eine gute Kondition hat, ist das beste Beispiel für Inklusion beim Fitnesslauf, bei dem alle Menschen mit einer geistiger Behinderung teilnehmen dürfen. Er lebt in Rödental und wurde von seiner Freundin, einer Bewohnerin von Regens Wagner Burgkunstadt, angemeldet. Hinter Lux landeten die Burgkunstadter Cenk Akcakoca (15,46 Minuten; Gruppe Florian) und Alexander Elm (15,55; Gruppe Lisa), während Vorjahressieger Peter Franz (ebenfalls Gruppe Lisa) mit 16,13 Minuten Vierter wurde.

"Stadion am Gutshof"

Nicht nur dieses Quartett ließ sich am Samstag vom Publikum tragen, das sich fast ebenso verausgabte wie die Läufer. Da sich das Teilnehmerfeld schnell entzerrte und der Start-/Zielbereich des Rundkurses (fünf Mal 500 Meter durch den Regens-Wagner-Garten) mehrmals passiert wurde, feuerten die rund 100 Zuschauer ohne Unterbrechung mit in die Höhe gereckten Schildern, Rasseln und Glocken an.
Nicht ohne Grund taufte Wolfgang Sievert, Vorsitzender des veranstaltenden Förderverein von Regens Wagner, den Bereich "Stadion am Gutshof". Sievert bedankte sich ebenso wie Gesamtleiterin Sabine Schubert bei den Sponsoren und beim ASC Marktrodach, der für den Ablauf zuständig war. Burgkunstadts Bürgermeisterin Christine Frieß zeigte sich froh darüber, dass der Lauf inzwischen fester Bestandteil im Veranstaltungskalender von Regens Wagner und der Stadt sei, und unterstrich den gesundheitlichen wie sozialen Aspekt, ehe sie für den Sponsoren selbst die Laufschuhe schnürte.
Da sich nach dem Hauptlauf mit 35 Startern weitere 50 Personen die Geschicklichkeitsspiele auf dem Parcours für Bewegung absolvierten und sich 45 vor allem ältere Bewohner als Jogger oder Nordic Walker auf die Strecke begaben, verkündete Wolfgang Sievert eine neue Rekordteilnehmerzahl von 130. Erstaunlich: Der schnellste in der Kategorie Jogging/Walking, Jonas Pyrkatz, war mit 16,29 Minuten nur eine gute Minute langsamer als der Hauptlauf-Gewinner. Ruhiger angehen ließen es dagegen Lisa-Marie Pyrkatz (21,08) und Noha Wenzig (21,25) auf den Plätzen zwei und drei.