von unserem Redaktionsmitglied 
Daniel Ruppert

Bamberg — König Fußball regiert die Welt. Nicht nur bei der WM in Brasilien, sondern auch bei den nationalen Special Olympics. Die olympischen Sommerspiele für Menschen mit geistiger Behinderung fanden dieses Jahr in Düsseldorf statt.
Obwohl Fußball stets die höchste Teilnehmerzahl verzeichnet, hat die Bamberger Lebenshilfe nur Basketballer und Schwimmer nach Düsseldorf schicken können. Mehr gaben die Kapazitäten der Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens nicht her. "Wir haben mit beiden Mannschaften Gold gewonnen", sagt Basketballer Patrick Leicht wie selbstverständlich. Für diesen Erfolg trainiert der Fan der Brose Baskets zweimal pro Woche. Doch die Leistung steht bei den Special Olympics nicht im Vordergrund.

Sozialer Treffpunkt Düsseldorf

"Genau wie bei der Lebenshilfe in Bamberg ist es ein sozialer Treffpunkt. Die Menschen brauchen einen strukturierten Tagesablauf", erklärt Michael Hoffmann. Der Sozialarbeiter war bereits 2012 in München dabei. Dort seien die Athleten mit Passanten ins Gespräch gekommen. Sämtliche Wettbewerbe fanden damals im Olympia-Park statt. "Dieses Jahr war alles verstreut: Unsere 23 Teilnehmer und sieben Betreuer haben in einer Kölner Jugendherberge gewohnt, unsere Schwimmer mussten nach Wuppertal und die übrigen 17 Sportarten sowie das Rahmenprogramm haben in Düsseldorf stattgefunden", erzählt Hoffmann.
Die Vorkämpfe zur Einstufung aller Teilnehmer dauerten länger als der Wettbewerb selbst. Trotz der lohnenswerten Veranstaltung, auf die sich die Bamberger lange vorher gefreut hatten, hält Hoffmann das Engagement für Behinderte in Deutschland noch für zu gering: "Für die Starken wird viel gemacht, für die Schwachen nur wenig." Ohne eine großzügige Spende von Lotto Bayern wäre die Reise nach NRW nicht möglich gewesen.
Auch Markus Pöllmann, Trainer von Leichts Basketball-Team, glaubt, dass ohne Eigeninitiative nicht viel geschehe. "Wir müssen selbst auf die Leute zugehen und Spiele mit Betriebs- oder Gefängnismannschaften ausmachen", sagt er. Dann klappe es auch mit der Inklusion, dem gleichberechtigten Zusammenleben von Behinderten und Nicht-Behinderten.

Gleichberechtigung durch Sport

Sport sei dafür der effektivste Weg. In Düsseldorf waren die 4800 geistig Beeinträchtigten zwar unter sich, die Special Olympics haben ihren Zweck aber erfüllt. Die Teilnehmer konnten sich kostenlos von Ärzten untersuchen lassen, es gab Gratis-Brillen und ein begleitendes Kulturangebot.
Schwimmer Oliver Diaz Liebmann erinnert sich an die Fahrt mit der Wuppertaler Schwebebahn, die Besichtigung des Kölner Doms und den Besuch der längsten Theke der Welt in Düsseldorf. Besonders stolz ist er aber auf den dritten Platz mit der Staffel. "Das war ein echtes Wimpernschlagfinale um den letzten Medaillenrang", sagt der 18-Jährige. Weil ihm 25 Meter zu wenig sind, ist er auf die doppelte Distanz umgestiegen. Und die 100 peilt er im Training bereits an. Oliver ist auch Fußballfan. Bei der WM drückt er dem Land seiner Eltern die Daumen. Und sein Spanien-Trikot trägt er schon Mal Probe.