Ausgerechnet an der Märchenwiese am Rennsteig wurde die Haselmaus entdeckt. Der Präsident der Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft, Olaf Schmidt, war am Rennsteig zu Besuch. Förster Peter Schwarzmeier war gerade im Gespräch, als plötzlich eine Haselmaus ihren Kopf zwischen der Informationslektüre hervorstreckte. Schmidt war begeistert, als er das Foto zu Sehen bekam. Überraschend sei der Fund im Gebiet, sagt er und erklärt, dass dies eigentlich keine Maus sei, sondern das Tier zu den Bilchen oder Schläfern gehöre: "Haselmäuse lieben abwechslungsreiche Laub- und Mischwälder und kommen im reinen Nadelwald nicht so gerne vor. Hier am ehemaligen Waldhaus Waidmannsheil in circa 650 Meter Höhe liegt aber die Märchenwiese, die eine knapp zwei Hektar große Lichtung darstellt." Sie erreicht etwa die Größe einer Hausmaus und ist die kleinste der vier einheimischen Schläferarten. Im Gegensatz zu den echten Mäusen tragen die Schläfer immer dicht behaarte, teilweise buschige Schwänze.
Besonders durch ihre im Verhältnis zum übrigen Körper großen dunklen Augen wirkt die Haselmaus auf uns Menschen äußerst possierlich. Die namensgebende Haselnuss wird gerne als Nahrung aufgenommen. Häufiger als die Haselmaus kommen im Frankenwald der Gartenschläfer in höheren Lagen und in tieferen Lagen der Siebenschläfer vor. Forstbetriebsleiter Peter Hagemann ist sich seit dieser Überraschung sicher: "Wenn sich inzwischen eine Tierart abwechslungsreicher, laubholzreicher Wälder bei uns wohlfühlt, sind wir mit unserem Waldumbau im Frankenwald auf dem richtigen Weg." eh