Trotz der unsicheren Witterung war die Beteiligung an der diesjährigen Schlüsselauer Wallfahrt ungebrochen. Schon morgens um 6.30 Uhr starteten die Fußwallfahrer unter dem Geläute der Glocken in der Stadtpfarrkirche und in Begleitung der Stadtkapelle. Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Höchstadt sicherten derweil die Straße, auf der die Wallfahrer liefen, ab.
Die Länge Fußweg betrug insgesamt 16 Kilometer und führte die Höchstädter Wallfahrer durch die verschiedenen Ortsteile der Stadt. In Etzelskirchen, Bösenbechhofen, Zentbechhofen und Jungenhofen begrüßten die örtlichen Kirchen und Kapellen die Wallfahrer ebenfalls mit lautem Glockengeläute. Unter dem Motto des Heiligen Jahres "Barmherzig wie der Vater" gestaltete Dekan Kilian Kemmer auch die Impulse, Gebete und Gesänge während der Wallfahrt.


Die Suche nach Gott

In seiner Predigt ging Dekan Kemmer auf die "unbarmherzige Überheblichkeit" vieler seiner Mitchristen ein. Doch die Kirche sei das bergende Dach, unter dem die Gläubigen sich als Suchende beheimatet wissen dürfen. "Eine Wallfahrt bedeutet, eine Suchbewegung zum Ausdruck zu bringen, um sich in der ganz persönlichen Suche nach Gott und auf ihn zuzubewegen". Im Eingeständnis einer lebenslangen Gottsuche komme ein gläubiger Mensch nicht umhin, "barmherzig wie der Vater zu sein oder zu werden".
Der Kirchenchor, der von Florian Mayer geleitet wurde, umrahmte zusammen mit der Stadtkapelle und Reinhard Döring den festlichen Wallfahrtsgottesdienst in der Schlüsselauer Kirche, die bis auf den letzten Platz gefüllt war. Der Wallfahrtsleiter Gerhard Wirkner zeigte sich erfreut, dass die Wallfahrt jedes Jahr so gut angenommen und "als bewusst spirituelles und nicht als sportliches oder naturverbundenes Erlebnis wahrgenommen wird". LM