Scheßlitz — Stella ist acht Jahre alt und kommt aus der Ukraine. Pierre ist neun und kommt aus Syrien. Beide sind erst seit wenigen Wochen in Deutschland, können sich aber schon auf Deutsch vorstellen und zeigen auf einer Landkarte, wo ihre Herkunftsländer liegen. Zusammen mit anderen Grund- und Mittelschülern besuchen die beiden Asylbewerberkinder die Schule in Scheßlitz. Rund um Scheßlitz liegen insgesamt drei Unterkünfte für Flüchtlinge, sodass der Schulleitung die Aufgabe zukommt, die Kinder in den deutschen Schulalltag zu integrieren.
Das ist nicht leicht, vor allem, wenn die jungen Migranten aus so vielen verschiedenen Herkunftsländern kommen. Zudem müssen Kinder, Lehrer und Schulleitung jeden Tag damit rechnen, dass eine Familie wieder abgeschoben wird, in eine andere Unterkunft muss oder dass neue Familien kommen. Um es den Kindern ein bisschen leichter zu machen, hat die Schule spielerische Deutschkurse eingerichtet, die im Rahmen der Mittagsbetreuung für die Grund- und in der offenen Ganztagsbetreuung für die Mittelschüler stattfinden.

Schub für Integration

Hier geht es nicht nur um den Erwerb von Sprachkompetenz, sondern vor allem auch um die Integration der Kinder in ihr schulisches Umfeld. Gemeinsam mit den einheimischen Schülerinnen und Schülern wird gespielt, gelernt und auch viel gelacht. Bei gemeinsamen Ausflügen und einer Adventsfeier lernen sich alle besser kennen. Dass dieses Angebot nicht aus dem Finanzsäckel der Schule zu bestreiten ist, ist klar. Deshalb hat sich die gfi (gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration, Standort Bamberg) dafür eingesetzt, eine zusätzliche Kraft für den Sprach- und Integrationsförderungsunterricht zu bekommen. Sogar ein Sponsor wurde dafür gefunden, nämlich der Club Würgau-Fränkische Schweiz der international tätigen Organisation berufstätiger Frauen "Soroptimist International".
Mit 2160 Euro, die jetzt offiziell im Rahmen einer kleinen Feierstunde überreicht wurden, ist die Integrationsförderung für das ganze Schuljahr gesichert. Mit dabei bei der Übergabe waren Bürgermeister Roland Kauper (CSU), Christiane Alter von der gfi, Schulleiter Norbert Renner sowie Annette Schäfer, Barbara Heckel-Frey und Annette Glück-Schmidt von Soroptimist International. Stella, Pierre und ihre Mitschüler können also noch viel von ihrer neuen Umgebung kennenlernen und mit ihren deutschen Klassenkameraden darüber sprechen. as