Da capo,
Herr Rossini!

Musik ist nicht alles. In Bad Kissingen kann das kaum einer glaubwürdiger bestätigen als Gioacchino Rossini. Als Gast der Kissinger Kur im 19. Jahrhundert wusste der italienische Komponist, dass gutes Essen, Ratsch und Tratsch sowie ein leistungsfähiges Transportwesen genauso wichtig sind wie die Tonkunst.
Zum Kissinger Sommer wird Rossini in den nächsten Wochen in unregelmäßigen Abständen berichten, was ihn neben Kultur zum Beispiel am kalten Buffet, an Ratsch und Tratsch oder an Wissenswertem über die ausgeklügelte Logistik zum An- und Abtransport der Stars beschäftigt.
Halt, nein, jetzt haben wir geschwindelt. Rossini selbst kann natürlich nicht mehr berichten. In seine Rolle schlüpfen wir Reporter und Rezensenten. Rossini macht das bestimmt nichts aus. Vom Rakoczyfest her weiß er ja, was Wiedergeburt bedeutet.
Dass es in der Kolumne nicht immer so ernst zugehen muss wie in einer Konzertkritik, versteht sich von selbst.
Also dann, drei, vier, los geht's: Bad Kissingen hat sich fein gemacht für den Kissinger Sommer 2014. Wer durch die Stadt schlendert, dessen Blick wird immer wieder von geschmückten Schaufenstern angezogen. Dzienń dobry! heißt es in einer Auslage. Guten Tag ist das deutsche Pendant zu dieser polnischen Begrüßung. Bienvenue! - die französische Entsprechung. Polen und Frankreich sind in diesem Jahr die Partnerländer des Kissinger Festivals.
Sehr fantasiereich haben manche Geschäftsleute dekoriert: Eiffelturm, französischer Champagner, Normandie Caramels (Konfekt) Stadtplan von Warschau, Polnisch-Wörterbuch, Notenschlüssel, Plakate, Lesezeichen, Instrumente, Ansichtskarten, Notenblätter und Bilder von Komponisten zieren die Auslagen. Auffallend sind allerdings auch jene Fensterfronten, die keinen einzigen Hinweis auf den Kissinger Sommer zeigen. Schade! Dieser Schaufensterwettbewerb hat eine lange Tradition. Und Bemühen wird mit Karten vom Kissinger Sommer-Büro belohnt. lip