von unserer Mitarbeiterin 
Mariell Dörrschmidt

Kronach — Sie ist Restauratorin, Museumspädagogin und nicht zuletzt Kreisrätin und Fraktionsvorsitzende der Frauenliste. Petra Zenkel-Schirmer ist aber auch Mitgestalterin des Internationalen Frauentags in Kronach.
Ihr liegt besonders am Herzen, die Solidarität unter den Frauen zu stärken: "Das ist das Allerwichtigste. Unabhängig von Parteien und Interessen müssen Frauen das, was ihnen rechtmäßig zusteht, solidarisch einfordern." Sie sieht das Problem nicht in der Regierung, sondern vor allem in der Gesellschaft, die sich ändern müsse. "Frauen werden noch in vielen Bereichen benachteiligt", stellt die Restauratorin fest und erklärt, dass beispielsweise Mütter mehr unterstützt werden müssten. "Eine Gesellschaft, die möchte, dass Frauen mehr Kinder bekommen, müsste ihre Frauen auf Händen tragen."
Hier sollte die Gesellschaft ihrer Meinung nach viel mehr für Frauen mit Kindern tun und auch die notwendige finanzielle Unterstützung gewährleisten: "90 Prozent aller alleinerziehenden Frauen sind der Armut ausgeliefert." Mit Kindertagesstätten allein sei es noch nicht getan, denn auch der erneute Berufseinstieg sei schwierig. "Junge Frauen sind oft überzeugt, dass alles bisher Erreichte auch bleibt. Spätestens wenn sie Kinder haben, werden sie von der Realität eingeholt. Es ist unlogisch, dass Frauen nicht mehr Unterstützung erhalten", so Petra Zenkel-Schirmer, die dabei an Nachwuchskonzepte in Norwegen oder Schweden denkt. "Die Sichtweisen auf Dinge müssen weiblicher werden. Frauen müssen sich solidarisch zeigen." Aber auch in anderen Bereichen der Gesellschaft, die über die Stellung der Frau bestimmen, sieht die engagierte Kronacherin Handlungsbedarf: "Es ist wichtig, dass sich vor allem die jungen Frauen zusammenschließen, um etwas zu erreichen."
In ihrem eigenen Beruf hat sich die Kleinunternehmerin seit nun fast 30 Jahren anerkannt gefühlt. "Das ist ein Geschenk. Meine Kompetenz wurde nie angezweifelt", erinnert sich Petra Zenkel-Schirmer, die auch ein gesundes Selbstbewusstsein für wichtig hält. Die ursprüngliche Kinderpflegerin hat sich mit ihrem Beruf als Restauratorin nach zahlreichen handwerklichen Ausbildungen einen Traum verwirklicht: "Das ist für mich der einzig richtige Beruf." Und die Arbeit in ihrer Heimat, ob auf der Festung oder in Kirchen der Region, sei für Petra Zenkel-Schirmer das, was sie erfüllt.