von unserer Mitarbeiterin 
Mariell Dörrschmidt

Kronach — "Jeder auf seine eigene Art, aber trotzdem eine Einheit" - Wertschätzung, Beziehungsaufnahme sowie das Einfühlen in Natur und Pflanzen vereinen die beiden unterschiedlichen Künstlerinnen Eva Maria Brunner und Andrea Partheymüller-Gerber.
Beide finden Inspiration, Themen und Materialien in der Natur. Ihre Werke folgen nicht nur der gleichen Intention, sondern ähneln sich auch in Material, Struktur und Farbe. Denn beide schaffen ihre Kunst aus der Natur: Eva Maria Brunner verarbeitet unterschiedlichste Hölzer und Andrea Partheymüller-Gerber stellt ihre Farben aus Pflanzen selbst her. Bei der Ausstellungseröffnung "Raumwechsel II" am Montagabend im Café Lorla in Kronach zeigten die beiden Naturliebhaberinnen schon zum zweiten Mal, wie es nun aussieht, wenn sie ihre Arbeiten zu einem gemeinsamem Werk kombinieren. Thematisch behandelt die Ausstellung das Anliegen, das Verhältnis Mensch, Kosmos und Natur, insbesondere das Werden und Vergehen, darin zu reflektieren und aufzuzeigen.

Zusammenwirken

"Ich mache die Formen und Andrea ist für die Farben zuständig", erklärt die Bildhauerin Eva Maria Brunner die Zusammenstellungen.
Interessant ist, dass die beiden Künstlerinnen nicht in Absprache arbeiten: "Wir arbeiten getrennt und haben doch so viele Gemeinsamkeiten", beschreibt Andrea Partheymüller-Gerber, Malerin und Fotografin, die wundervollen, zufälligen Kompositionen, die entstehen, wenn sie Holzskulpturen und Bilder verbinden. "Durch das Zusammenführen entsteht wieder etwas Neues", weiß Eva Maria Brunner und fügt ebenso hinzu, dass dies ihrer Kunst eine besondere "Intensität" verleihe. Jedes Mal seien die beiden Frauen selbst begeistert, wenn sie sich treffen oder telefonieren und feststellen, wie gut ihre Ideen zusammenpassen.

Gemeinsamkeiten

"Wir entdecken immer mehr Gemeinsamkeiten in unserer Kunst. In den Bewegungen und Formen treffen sich meine Malereien mit den Skulpturen", schwärmt Andrea Partheymüller-Gerber.
Auch komme es öfters vor, dass sie zufälligerweise mit den gleichen Materialien arbeiten: "Als ich kürzlich ein Bild einer klingenden Ulme gemalt habe, erzählte mir Eva, dass sie auch gerade mit Ulmenholz arbeite - das ist etwas Besonderes", freut sich die Malerin. Oliven, Ulmen, Mooreichen oder Efeu dienen Eva Maria Brunner beispielsweise als Material für ihre Kunstwerke.

Formen erhalten

Dabei ist es ihr besonders wichtig, die gegebenen Formen zu erhalten. "Die Natur ist mein größter Künstler", so das Motto der pensionierten Kunstlehrerin Eva Maria Brunner, die die Schönheit der Natur zeigen möchte. "Ich säubere das Holz und fühle mich in die vorhandenen Formen ein. Mit Blattmetallen füge ich letzte Details hinzu", erklärt die Bildhauerin ihre Vorgehensweise. Oft brauche ihre Kunst etwas längere Zeit: "Manchmal liegen die Hölzer Wochen rum, bis man eine Idee hat, sie neu in Szene zu setzen - wie auch in der Natur braucht alles seine gewisse Zeit."
Wenn Eva Maria Brunner dann an ihren liegenden Hölzern arbeite, sei es für sie immer eine Überraschung, wie ihre Skulptur aussieht, wenn sie aufgestellt wird.

Pflanzenfarben

Ganz anders bei Andrea Partheymüller-Gerber: "In diesem Punkt gleichen wir uns nicht", entscheidet die Malerin, bei der es kein Zufall sei, wie die Farben wirken: "Ich schaue mir lange die Pflanzen in ihrer Form und Lichtwirkung an. Bei jedem Baum scheint das Licht anders durch die Blätter", erklärt die Farbenexpertin das Spannende bei der Herstellung der Farbe.
Und das Zusammenspiel von energiereichen Farben und geschwungenen, naturgewollten Formen ist ein wahres Vergnügen.
Die Natur schafft auch eine angenehme Atmosphäre im Café. Die Besucher der Eröffnung sind ebenso begeistert und verweilen, um die Werke genau zu studieren.