Neue Marke, neues Hauptquartier: Die Siemens-Gesundheitssparte Healthcare hat den Grundstein für das neue Hauptquartier in der Erlanger Innenstadt gelegt. Am alten Standort in der Henkestraße in Erlangen baut Siemens in den nächsten 18 Monaten ein ultramodernes Bürogebäude mit viel Glas und Stahl für rund 1000 Mitarbeiter.
Gleichzeitig hat der Konzern bei der Grundsteinlegung am Donnerstag angekündigt, seine Medizintechnikprodukte zukünftig unter dem neuen Markennamen "Siemens-Healthineers" zu verkaufen. Der neue Name soll an die Ingenieure (Englisch: Engineer) hinter der Medizintechnik erinnern und den Pioniergeist unterstreichen. Der neue Name "Healthineers" soll alle Medizinprodukte der Firma zieren.
Als "historischen Moment" hat Healthcare-Chef Bernd Montag die Grundsteinlegung für die neue Firmenzentrale gewürdigt. Bis Ende 2017 soll das Gebäude mit seinen vier Ebenen fertig gestellt sein. Die Baukosten beziffert der Konzern nur ungefähr auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag. Im Neubau, der derzeit direkt neben dem alten Hochhaus in der Henkestraße entsteht, soll ein Konferenzbereich im Erdgeschoss integriert werden.
Die alte Firmenzentrale soll 2018 nach der Fertigstellung des Neubaus abgerissen werden. Montag erinnerte daran, dass das alte Hauptquartier bereits 1961 gebaut wurde. Montag würdigte die Weitsicht seiner Vorgänger, die so mutig gewesen wären, bereits kurz nach dem Kriegsende in ein neues Gebäude für Medizintechnik zu investieren.
Montag erinnerte daran, dass er derjenige sein werde, der die Tür des alten Chefbüros in der 13. Etage für immer hinter sich zuziehen werde. "Das ist heute ein historischer Moment, den man wirklich feiern sollte", freute sich Montag und setzte mit Innenminister Joachim Hermann (CSU) und Oberbürgermeister Florian Janik (SPD) den symbolischen Grundstein für den Neubau.
Das "größte Loch in Erlangen" dokumentiert laut Hermann, dass die modernste Medizintechnik der Welt weiterhin aus Erlangen komme. "Ohne Siemens gäbe es kein Medical Valley", sagte der Innenminister und erinnerte daran, dass der ehemalige Ministerpräsident Stoiber den Begriff vor 20 Jahren prägte. Derzeit arbeiten im Tal der Medizintechnik zwischen Erlangen und Forchheim rund 10.000 Mitarbeiter für Siemens. Den neuen Markennamen "Healthineers" nannte Hermann "gewöhnungsbedürftig".
Im Spätherbst steht Oberbürgermeister Florian Janik (SPD) bereits der nächste große Brocken ins Haus. Dann soll der Spatenstich für den neuen Siemens Campus im Süden der Hugenottenstadt erfolgen.