Bamberg — Landrat Johann Kalb ehrte verdiente Feldgeschworene für ihre 25-, 40- und 50-jährige Tätigkeit in ihrem Ehrenamt und vereidigte vier neue Feldgeschworene.
Den Auftakt der Veranstaltung bildete ein Gottesdienst, den Pater Dieter Putzer in St. Gangolf in Bamberg zelebrierte. Zentrales Thema des Salesianerpaters war die "Wahrheit, der auch die Feldgeschworenen verpflichtet sind". Am Ende des Gottesdienstes, den Mathias Sennefelder musikalisch umrahmte, vereidigte Landrat Johann Kalb im Landratsamt vier neue Feldgeschworene aus Scheßlitz.
Kalb würdigte den ehrenamtlichen Einsatz der "Siebener". Feldgeschworene sind seit dem Mittelalter bei der Abmarkung und Sicherung der Grundstücksgrenzen im landwirtschaftlichen Bereich maßgeblich beteiligt. "Die ehrenamtlich tätigen Feldgeschworenen genießen unverändert stark das Vertrauen der Bevölkerung und tragen wesentlich zum Rechtsfrieden in den Gemeinden bei", so Kalb.
Was früher eine Seltenheit war, wird Normalität. Durch die Abwanderung im Bereich der Landwirtschaft und die Zunahme an Schichtarbeit ist es Männern immer seltener möglich, als Feldgeschworene tätig zu sein. Frauen schließen diese Lücke.
"Verantwortungsbewusstsein und Selbstlosigkeit sind zwei Eigenschaften, die die Feldgeschworenen auszeichnen", betonte Uwe Wagner, Leiter des Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung, in seinem Grußwort. "In unserer heutigen Zeit ist es schwierig, neue Feldgeschworene zu finden. Durch den Wandel der Arbeitsbedingungen ist es nicht leicht, ehrbare Leute zu finden, die tagsüber verfügbar sind, um das Ehrenamt auszuüben", so Wagner.
Seit Anfang des Jahres beraten Vermessungsämter die Kommunen beim Ausbau von Hochgeschwindigkeitsinternetverbindungen. Die neue Aufgabe spiegelt sich auch im neuen Namen der Vermessungsämter wider, die in Ämter für Digitalisierung, Breitband und Vermessung umbenannt wurden.
Josef Zenk, Vorsitzender der Bamberger Feldgeschworenenvereinigung, dankte den Feldgeschworenen für die jahrzehntelange Pflichterfüllung. "Ich freue mich, dass Sie, Herr Wagner, und die Kollegen vom Landratsamt die Feierstunde neu gestaltet haben. Der Gottesdienst zu Beginn ist eine wahre Bereicherung", sagte Zenk.
Die Bürgermeister der geehrten beziehungsweise neu vereidigten Feldgeschworenen nahmen an der Feierstunde teil. red