von unserer Mitarbeiterin Uta Fujiyama

Neustadt — Zehn Uhr morgens in Neustadt: Langsam füllt sich das "Märchenbad". Immer mehr Kinder und Familien passieren die Kasse und suchen sich einen schattigen Platz auf der Liegewie se. Bademeister Rene Urban sorgt jetzt dafür, dass der Sprungturm für die Kinder geöffnet wird. "Die meisten Kinder kommen sowieso erst ab 10 Uhr", sagt der Bademeister. Damit sich die Schwimmer und die Kinder am Sprungturm nicht in die Quere kommen, bleibt der Turm ohnehin zwischen 8 und 10 Uhr geschlossen. Da freuen sich die Frühschwimmer.
Diese sind meist die ersten Gäste, sobald das Freibad um 8 Uhr morgens öffnet. Um diese Zeit sind die wenigsten Leute im Bad und das Schwimmbecken ist noch frei. "Viele von ihnen kennen wir auch namentlich. Meistens sind es die gleichen Gesichter", sagt Rene Ur ban. "Die meisten schwimmen ihre Bahnen und verlassen das Freibad danach wieder."
Monika Gärtner, Karin Ranker und Hannelore Gleichmann gehören zu den Stammgästen. Früh morgens ziehen sie bereits ihre Bahnen durch das Neustädter Schwimmerbecken.

Sport und Unterhaltung

Neben dem sportlichen Aspekt, ist für sie das gemeinsame Schwimmen in der Gruppe wichtig. "Eine Stunde schwimmen geht so schnell vorbei, wenn man sich dabei unterhält", sagt Karin Ranker. Nach einer Stunde schwimmen trinkt die Gruppe noch gemeinsam einen Kaffee oder spielt Karten. Schwimmen sei für sie der beste Sport, sich in ihrer Rente fit zu halten, so Ranker. "Ich fühl mich danach so, als könnte ich die Erde eben machen." Selbst schlechtes Wetter hält die Gruppe nicht davon ab, schwimmen zu gehen. "Wenn es regnet, dann gehen wir natürlich nicht - aber sonst sind wir jeden Tag da", sagt Monika Gärtner. "Jeden Tag: gleiche Uhrzeit, gleiche Gruppe", fügt Ranker noch hinzu.

Schwärmende Stammgäste

Ganz im Gegenteil zu vielen anderen Badegästen. Die meisten Neustadter kämen erst bei ganz heißem Wetter ins Freibad. Darüber wundern sich die drei Frühschwimmerinnen regelmäßig. Dabei sei es zum Schwimmen am schönsten, wenn die Sonne nicht gar zu sehr scheint, sagt Monika Gärtner. Wenn im Winter das Freibad geschlossen hat, treffen sich die sportlichen Damen stattdessen im Hallenbad. "Neustadt ist eine Stadt mit zwei Bädern. Wer das nicht ausnutzt, ist selbst schuld", sagt Ranker. Vor allem das Freibad und seine schönen Liegeflächen haben es ihr besonders angetan. "Es ist so wunderschön hier", schwärmt sie und lässt ihren Blick über die Becken schweifen.
Die Drei kennen das "Märchenbad" schon seit dem Tag seiner Eröffnung. Solange wie es das Bad gibt, solange gehen sie dort auch schon schwimmen. "Früher sind wir im Teich geschwommen, heute treffen wir uns im Freibad", sagt Monika Gärtner. Und daran wird sich auch Zukunft kaum was ändern.