Der Aktionskünstler Rob Greenfield hat Gertrud Puchalla auf die Idee gebracht. "Der New Yorker sammelt einen Monat lang Müll, fertigte sich einen Anzug daraus und lief damit durch die Stadt", sagt sie. Gertrud Puchalla fand die Idee so gut, dass sie das in ähnlicher Form nachmachen wollte. Volle Unterstützung erhielt sie von einigen Kindern des Ganztagsbereiches am Schönborn-Gymnasium.


Über Mittag unterwegs

Sechs Wochen lang waren sie einmal pro Woche während der Mittagsbetreuung hauptsächlich im Umfeld des Gymnasiums in den Lauerwiesen unterwegs, um achtlos Weggeworfenes zu sammeln. Schrott, Elektroteile, ein Autoauspuff, eine Computertastatur und jede Menge Verpackungsmüll, der eigentlich in den Gelben Sack gehört, haben die Kinder und Jugendlichen zusammengetragen, zählt Sophie Söder auf. Am Ende waren es sechs Gelbe Säcke, zum Zwischenlagern des restlichen Mülls hatte Hausmeister Bernd Katzenberger ein paar Tonnen organisiert. "Er hat dann auch den Metallschrott fachgerecht entsorgt", hebt Gertrud Puchalla hervor.
Nach der eigentlichen Aktion sammeln die Schüler weiterhin Müll, auch auf dem Semi-Gelände. Denn eines darf nicht außer Acht gelassen werden: es gibt viele herumliegende Verpackungen, die von den Schülern selbst stammen, vor allem von Süßigkeiten. "Was ich erhoffe, ist, dass die die Kinder etwas sensibler mit dem Thema umgehen", erläutert die Erzieherin. Sie sollen sich einfach einmal bücken, wenn sie etwas auf der Straße finden und das bis zum nächsten Papierkorb bringen.


Gar nicht produzieren

Und es geht natürlich auch darum, dass gar nicht erst so viel Müll produziert wird. "Das fängt bereits beim Einkaufen an." Wozu müsse man aufwendig verpackte Wurst beim Supermarkt kaufen, wenn es sie auch ohne Plastikverpackung beim Metzger gibt? Und wozu brauche man eingeschweißte Brötchen, wenn es frische beim Bäcker gibt". Außerdem könne man doch jede Einkaufstasche mehrfach verwenden. Gertrud Puchalla und die Umweltgruppe am Schönborn-Gymnasium werden sich auch in Zukunft mit dem Thema befassen. "Wir machen weiter", sagt die Erzieherin.