Höchstadt — "Barrierefrei, nicht nur für Senioren" war Thema und Inhalt des Seniorennachmittags der Pfarrei St. Georg in Höchstadt. Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen konkretisiert die Menschenrechte für die Lebenssituation behinderter Menschen, um ihnen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.
Demnach soll der Zugang aller Menschen mit Behinderung zu öffentlichen Einrichtungen und Veranstaltungen ohne fremde Hilfe möglich sein. Die Ausschnitte eines gezeigten Films demonstrierten Möglichkeiten und Beispiele gelungener Inklusion, angefangen vom Kindergarten über Schule und Universität bis hin zu Beruf, Freizeit und Familie.
Manfred Müller, der sich seit 1976 für Menschen mit Behinderung einsetzt und seit 2008 ehrenamtlicher Beauftragter für Menschen mit Behinderung in Höchstadt ist, berichtete anschließend von geplanten und durchgeführten Maßnahmen in Höchstadt. Er schilderte aus seiner Arbeit seine Vorschläge für den Einbau behindertengerechter Zusätze in Schulen und Behörden, aber auch im Freizeitbereich wie Hallenbad und Eishalle, die auch weitestgehend umgesetzt wurden.

Nachholbedarf beim Einkaufen

Auf den Gehwegen werden beispielsweise vermehrt Profilsteine ins Pflaster eingesetzt, um Sehbehinderten eine Orientierungshilfe zu geben. Zur Freude der Anwesenden stellte er auch einen Treppenlift für das Pfarrheim in Aussicht. In der Diskussion wurden dann konkrete Wünsche und Beschwerden geäußert, so zum Beispiel, dass in vielen Fällen die Behindertentoilette von der Putzkolonne als Abstellraum genutzt und so die nötige Bewegungsfreiheit eingeschränkt wird.
Kummer bereitet auch der zu schmale Gehsteig am unteren Treibweg, der vor allem bei parkenden Autos das gefährliche Begehen der Straße erzwingt; dabei konnte der Referent nur auf die Umgestaltung des Sportplatzes irgendwann hinweisen, in deren Zuge vielleicht Abhilfe geschaffen werden könnte. Angesprochen auf abgebaute Bänke erklärte Pia Hackenberg, dass diese zur Zeit im Bauhof restauriert werden und bald wieder aufgestellt sind.
Ein wichtiges Feld waren die wenigen seniorengerechten Einkaufsmöglichkeiten vor allem in den Supermärkten. Die zu hoch oder zu niedrig gelagerten Verbrauchsgüter erschweren den Kauf genauso wie kleine Preisschilder. Außerdem wurde bedauert, dass es in den Märkten im Einkausfbereich keine Sitzgelegenheiten gibt und die Gänge für Rollatorfahrer manchmal zu eng sind. Dass es anders auch geht, beweist die Auszeichnung eines Weisendorfer Marktes als "seniorenfreundlich".
Pia Hackenberg