Coburg — Über 150 Zuhörer besuchten die 3. Seniorenuni der Hochschule Coburg. Weil das Interesse weiter wächst, möchte sich die Hochschule in Zukunft noch mehr für Senioren öffnen.
Ein paar Sekunden haben die Teilnehmer Zeit, dann klickt Matthias Scheibe das Bild der Überwachungskamera weg. "Überlegen Sie mal, wie die Person rechts im Bild ausgesehen hat. Sie können auch mit Ihrem Sitznachbar darüber diskutieren", gibt der Erziehungswissenschaftler als Aufgabe vor. Anschließend schreibt er die Stichworte an die Tafel. "Es war ein Mann!", kommt es aus der einen Ecke. "Es war eine Frau!", ruft ein anderer. Das Dilemma ist klar: Können wir uns eigentlich auf unsere Wahrnehmung verlassen?
Wie schwierig das manchmal ist, weil unser Gehirn uns so manchen Streich spielt, lernten die Senioren in der Vorlesung bei Matthias Scheibe. Insgesamt vier Kurse hatten sie bei der Anmeldung zur Auswahl. Die Medizinerin Prof. Dr. Michaela Axt-Gadermann erklärte zum Beispiel, warum manche Menschen zunehmen, wenn sie mit dem Rauchen aufhören oder warum wir so weit wie möglich auf Antibiotika verzichten sollten. Apostolos Gerontas nahm die Teilnehmer mit in die Geschichte der Evolutionstheorie und Regina Graßmann erläuterte, wie Sprachbilder entstehen und warum Bilder für die Erkenntnisgewinnung in den Fachdisziplinen unverzichtbar sind.


Studierende organisieren

Die Vielfalt der Themen an der Hochschule abzudecken, darum ging es dem Organisationsteam bei der Auswahl der Referenten. Studierende der Sozialen Arbeit und der Integrativen Gesundheitsförderung haben die Seniorenuni vor drei Jahren ins Leben gerufen. In jedem Jahr übernimmt eine neue Gruppe die komplette Organisation.
Unterstützt werden die Studierenden von Prof. Nicole Hegel und Diplom-Sozialpädagogin Beate Weigle. "In den zwei Semestern kann man richtig beobachten, wie das Projekt zum Projekt der Studierenden wird. Sie wollen, dass es am Schluss eine tolle Veranstaltung für die Senioren ist", erläutert Professorin Hegel. "In diesem Jahr möchten wir auch mit den Senioren diskutieren, wie sie mehr Zugang zur Hochschule erhalten könnten, zum Beispiel als Gasthörer", ergänzt Beate Weigle. rus