Röttenbach — Rund um Röttenbach fand vor Kurzem eine Vogelstimmenwanderung des Bund Naturschutz (BN) statt. Hartmut Strunz führte Interessierte durch Röttenbach, vorbei an Weihern, durch den Wald und über die Wiesen- und Flurlandschaft wieder zurück zum Ausgangspunkt an der katholischen Kirche.
Bei der Wanderung wurden nicht nur häufig anzutreffende Arten wie Buchfink, Mönchsgrasmücke, Kohlmeise und Haussperling, sondern auch seltene Vögel wie Grauschnäpper und sogar Rebhühner gehört und gesehen. Am Beispiel des vom BN bewirtschafteten Weihers machte der pensionierte Förster Strunz darauf aufmerksam, dass Uferbewuchs und Schilfbestand am Weiher nicht nur den Karpfen Schatten und Schutz vor Räubern bieten, sondern auch Vogelarten wie zum Beispiel dem Teichrohrsänger und der Rohrammer Lebensraum und Nistgelegenheit. Leider werde dies bei zu wenigen Karpfenteichen berücksichtigt, sodass diese Tiere nur noch selten anzutreffen sind.
In der Röttenbacher Flur bemerkte der Hobbyornithologe Strunz, dass aufgrund der in der Gemeinde nicht stattgefundenen Flurbereinigung die vielen für Franken einst üblichen kleinteiligen Äcker und Wiesenflächen erhalten wurden. Daraus ergeben sich sowohl für die Flora als auch für die Fauna unterschiedlichste Lebensräume, die sich auch in einer artenreichen Vogelvielfalt äußern. So sind in einer Hecke alle vier in Franken anzutreffenden Grasmückenarten zu hören und auf freier Flur auch die einst häufigen und inzwischen in vielen Gebieten selten gewordenen Feldlerchen, Goldammern und Rebhühner zu sehen gewesen.
Die Teilnehmer der Wanderung erhielten einen kleinen Einblick in die Vogelkunde und nahmen viele neue Eindrücke mit nach Hause. Allen wurde wieder bewusst, in welch schöner Umgebung wir leben dürfen und wie wichtig es ist, diese zu schützen. Die vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) am Pfingstsamstag angekündigte Vogelstimmenwanderung in Röttenbach musste abgesagt werden. Im kommenden Jahr ist geplant, dass BN und LBV gemeinsam einladen und dass damit die Vogelstimmenwanderung in Röttenbach im Mai zur Tradition wird.
Wolfgang Schwering