von unserer Mitarbeiterin Gerda Völk

Bad Staffelstein — Die Selbsthilfegruppe Balance gehört seit fünf Jahren der bayerischen Krebsgesellschaft an. Man widmet sich den verschiedenen Aspekten der Krankheit, aber noch viel mehr denen des Lebens. "Die Gruppe ist so etwas wie ein Leuchtturm, ein Ort, zu dem die Menschen mit ihren Fragen und Ängsten kommen können", erklärt Karin Schulz von der Psychosozialen Krebsberatungsstelle Bayreuth der bayerischen Krebsgesellschaft.
Vor sieben Jahren haben Martina Kneipp und Elisabeth Espach die Selbsthilfegruppe Balance gegründet. Zwei Jahre später hat sich die Gruppe der bayerischen Krebsgesellschaft angeschlossen. Am Montagabend wurde das fünfjährige Bestehen im evangelischen Gemeindehaus zu einen besonderen Erlebnis, das mit seinem vielseitigen Programm und einem unterhaltsamen Rückblick viel Freude bereitete.
Fünf Jahre Zugehörigkeit zur bayerischen Krebsgesellschaft bedeute für die Gruppenmitglieder vor allem eines: "Wir haben den Krebs fünf Jahre und länger überlebt", hob Mitbegründerin Elisabeth Espach hervor. Insofern werde auch das Leben gefeiert. Eine Hoffnung, die die Selbsthilfegruppe auch in anderen von der Krankheit Betroffenen wecken will. Das Besondere an der Gruppe sei ihr Zusammenhalt über sämtliche Grenzen hinweg. Durch ein abwechslungsreiches Jahresprogramm werde den verschiedenen Aspekten der Erkrankung und vor allen der weiteren Gesundung Rechnung getragen. Dazu zählte Espach die Medizin, die Ernährung, den Sport und die Selbstheilungskräfte.
In den Selbsthilfegruppen der bayerischen Krebsgesellschaft gehe es vor allem darum, gemeinsam dem Leben entgegenzugehen und mit der Krankheit zu leben, wobei Leben ganz groß geschrieben werde, betonte auch Karin Schulz. Gleichzeitig gratulierte Schulz der Gruppe zur ihrer Leiterin Elisabeth Espach, die mit viel Engagement, guten Ideen, kreativen Angeboten, mit viel Liebe und Herzblut, Geduld und Einfühlsamkeit die Gruppe leitet und dafür sorgt, dass dabei die notwendige Balance nicht aus den Augen verloren wird.

Orientierung geben

Sabine Doerenkamp-Steiner von der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen der Stadt Coburg sprach über das Thema "Was macht die Selbsthilfe aus?" Selbsthilfe könne nicht verordnet werden, so Doerenkamp-Steiner. "Jeder bringt sich ein, wie er kannn und kommt aus freien Stücken." Vorbilder, die ihren Lebensalltag mit der Erkrankung bewältigt haben, geben die notwendige Orientierung und tragen zur Verbesserung der Lebensqualität bei. Letztlich werde in Selbsthilfegruppen nicht nur über Erkrankungen und Probleme geredet, sondern auch Fahrten und gemeinsame Feste durchgeführt.
Zum Thema Selbstheilungskräfte und ihr Eigenleben zeigten zwei Mitglieder der Kulmbacher Theatergruppe "Schauhaufen" einen Sketch, der zumindest die Lachmuskeln strapazierte. Was hatte die Frau nicht schon alles ausprobiert, um ihre Selbstheilungskräfte zu aktivieren? Aber nichts hat geholfen, weder Qi Gong noch Achtsamkeitsübungen, Intelligenzplätzchen oder Heilgebete. Selbst ihr Krafttier, der Frosch, habe versagt. Dabei fehlte ihr doch gar nichts, bis sie mit dem "Zeug" angefangen hatte ...
Musikalisch ausgestaltet wurde der Abend von Erik Konietzko am Klavier, der auch das Abschlusslied begleitete. Die Botschaft des gemeinsam gesungenen Liedes lautete: "Freu' dich über jede Stunde, die du lebst auf dieser Welt."