Trebgast — Ehrenamtlich tätige Mitarbeiter sind in der evangelischen Kirche zur Unterstützung der Geistlichen heute unverzichtbar. Henri Schulz und Udo Hahn sind zwei von ihnen.
Beide verrichten seit zehn Jahren ihren wichtigen Dienst in der Kirchengemeinde. Der eine als Prädikant, der andere als Lektor. Pfarrer Peter Ahrens ist froh über diese Hilfe und dankte beiden im Rahmen des Gottesdienstes mit einem Geschenk.
Als langjähriger Vertrauensmann hat er eine bedeutende Rolle gespielt", nannte Pfarrer Ahrens einen von mehreren Bereichen, in denen Schulz erfolgreich gewirkt hat, "er war seit vielen Jahren in der Konfirmationsarbeit tätig gewesen, sein Herz hat immer für die Jugend geschlagen". Auch auf Dekanatsebene, im Präsidium der Dekanatssynode, und als Mitglied beim CVJM war und ist sein Engagement sehr groß.
"Prädikanten stehen uns Pfarrern hilfreich zur Seite. Bei unserer dünnen Personaldecke können wir darauf nicht verzichten. Auch wenn Henri Schulz aus beruflichen Gründen in den letzten Jahren etwas kürzer tritt, ist er noch immer da, wenn man ihn braucht", dankte Pfarrer Ahrens ganz herzlich.
Udo Hahn ist als Lektor auch im Kirchenvorstand, hilft bei der Konfirmationsarbeit und bei der Organisation des weihnachtlichen Krippenspiels mit. "Seine vielen Einsätze sind ein unverzichtbarer Bestandteil des Gottesdienstes", würdigte Pfarrer Ahrens auch sein Wirken.


Entlastung für den Pfarrer

Henri Schulz ist seit zehn Jahren Praktikant in der Kirchengemeinde Trebgast. Wir sprachen mit ihm über seine ehrenamtliche Tätigkeit.

Wie wird man Prädikant?
Henri Schulz: Ich war vorher von 1986 bis 2005 Lektor. Nach einer Änderung des Prädikantengesetzes ist das jetzt aber nicht mehr notwendig. Für diese ehrenamtliche Tätigkeit muss man vorgeschlagen werden. Es folgt in Wochenendseminaren eine ziemlich umfangreiche theologische Ausbildung. Die habe ich in verschiedenen Freizeitheimen quer Beet in Bayern, von Bad Alexandersbad bis Schwanberg ein Jahr lang absolviert. Die Prüfung durch den Kreisdekan, in der theologisches Verständnis abgefragt wurde war sehr intensiv. Vorher muss man noch einen Probegottesdienst halten.

Welche Aufgaben hat ein Prädikant?
Er soll zum einen den Pfarrer entlasten. Zum anderen soll er die Gemeinde in Vakanz-Zeiten notfalls ein Stück weit überlebensfähig halten, wenn der Pfarrer in Urlaub oder krank ist.

Was unterscheidet den Prädikant vom Lektor?
Der Prädikant ist näher am Pfarrerdienst als der Lektor. Er darf seine Predigt selbst schreiben. Er kann den Pfarrer auch bei den Kasualien, d. h., bei Taufen, Trauungen und Beerdigungen vertreten. Und er kann auch mit der Feier eines Abendmahl-Gottesdienstes betraut werden. Dieter Hübner