veronika schadeck

Im historischen Rathaus von Kronach fand der Festakt anlässlich 50 Jahre Fernwasserversorgung Oberfranken (FWO) statt. Die Anzahl der Prominenz war groß. So hatte es durchaus seine Berechtigung, als der stellvertretende Vorsitzende der FWO, der Kulmbacher Oberbürgermeister Henry Schramm (CSU), sich bei den Kollegen des Landtages, bei den "mächtigen Landräten" aus ganz Oberfranken und den "fleißigen Bürgermeistern" für die Teilnahme bedankte.
Großes Lob bekam Altlandrat Heinz Köhler, der seit 41 Jahren die FWO als Vorsitzender führt und diesen Zweckverband immens geprägt hat. Als "kleiner Schwarzer" hätte er nicht gedacht, dass er einmal sagen würde: "Heinz, du bist ein guter Kerl!", so Henry Schramm.


80 Mitarbeiter

Heinz Köhler ging in seiner Rede auf die 50-jährige Geschichte der FWO ein. Und in der Tat: Die Bilanz ist beeindruckend. Die FWO, die einst von einem Mitarbeiter im Landratsamt nebenbei geführt wurde, entwickelte sich zu einem gesunden, mittelständischen Unternehmen mit 80 Mitarbeitern.
Die FWO hat maßgeblich daran Anteil, dass für die Bevölkerung in Oberfranken die Versorgungssicherheit mit Wasser gewährleistet ist. Henry Schramm brachte es auf dem Punkt, als er meinte: "Wasser ist nichts, solange du es hast." Es sei ein Verdienst der FWO, dass die Bevölkerung auf genügend und sauberes Wasser zurückgreifen könne.
Mittlerweile haben sich die Aufgaben der FWO im Gegensatz zu den Anfangsjahren stark geändert, das wurde anhand der Ausführungen von Heinz Köhler deutlich.
Musste ursprünglich maßgeblich in Leitungen und Aufbereitungsanlage investiert werden, um die Bevölkerung mit Wasser zu versorgen, geht es in Zukunft um den Erhalt des Systems. Auch geht es um eine Verbesserung der Effektivität und um qualitativ hochwertiges Wasser für die Abnehmer zu akzeptablen Preisen.
Hervorzuheben ist zudem, dass die FWO in den letzten Jahren verstärkt Kooperationsverträge mit Kommunen geschlossen und sich somit zu einem Dienstleister entwickelt hat.


"Segensreiche Arbeit"

Die Staatsministerin für Umwelt und Verbraucheschutz, Ulrike Scharf (CSU), meinte: "Ihr habt eine segensreiche Arbeit geleistet."
Sie erinnerte an die 50er Jahre, als in Oberfranken aufgrund der Geologie und Trockenheit Wassermangel vorherrschte. Viele Kommunen seien bezüglich Versorgungssicherheit mit Wasser überfordert gewesen. Die FWO zu gründen und der damit zusammenhängende Bau der Ködeltalsperre sei daher eine "große Entscheidung mit Weitblick" gewesen. Die Ministerin war überzeugt, dass künftig die Fernwasserversorgung einen noch höheren Stellenwert einnehmen wird.
Wie schaut es derzeit aus? Die FWO liefert 20 Prozent des Wassers in Oberfranken für fast 400 000 Menschen. Es existiert ein 500 Kilometer langes Fernleitungsnetz. Der Preis konnte vor drei Jahren auf 67 Cent pro Kubikmeter gesenkt werden. Beliefert werden 65 Kommunen, das Wasserdargebot liegt bei 20 Millionen Kubikmetern. Die Wasserabgabe beträgt 14 Millionen Kubikmeter.
Mittlerweile betreibt die FWO mit ihrem Geschäftsführer Markus Rauh neun Photovoltaikanlagen, ist an drei Windparks beteiligt und erzeugt Strom aus Wasserkraft. Die FWO ist der größte Wasserversorger in Oberfranken. Landrat Oswald Marr (SPD) brachte es auf den Punkt: "Die FWO ist der Beleg für eine Erfolgsgeschichte der kommunalen Wasserversorger." Köhler vergaß nicht, sich beim ehemaligen Geschäftsführer Gerhard Seuling, seinem Nachfolger Markus Rauh und den FWO- Mitarbeitern zu bedanken.