Der Bezirksvorsitzende des Landesbundes für Vogelschutz, Philipp Wagner, zeigte sich am Mittwochabend bei der Jahreshauptversammlung der Kreisgruppe sehr beeindruckt, was in Kulmbach alles auf die Beine gestellt wurde. Allein die Anzahl der Projekte, die die Kreisgruppe um den engagierten Vorsitzenden Erich Schiffelholz Jahr für Jahr initiiert, ist nach den Worten des Bezirksvorsitzenden eine "tolle Leistung".
Schiffelholz zeigte zunächst die Mitgliederentwicklung bei der Kreisgruppe auf: "1985 sind wir mit 64 Mitgliedern eingestiegen und jetzt sind wir zum 31. Dezember 2015 bei 359 Mitgliedern." Einen großen Teil der Aktivitäten machten die Führungen von Frank Schneider aus, die bei den interessierten Bürgern sehr gut ankommen. Neben Frank Schneider sind aber auch Ralph Pfeiffer und Marco Suchy bei den vogelkundlichen Wanderungen und Exkursionen sehr aktiv. Sie vermitteln nach den Worten von Schiffelholz die Kenntnis, um überhaupt zu wissen, was man schützen will und schützen soll.
Die Kreisgruppe Kulmbach hat sich aber auch bei zahlreichen Festen und Veranstaltungen präsentiert. So am "Autofreien Sonntag im Weißmaintal" mit zwei Infoständen oder bei der europäischen Fledermausnacht mit rund 300 Besuchern auf der Plassenburg. Höhepunkt seien dabei die Führungen mit den Batdetektoren, wo die Stimmen der Fledermäuse hörbar gemacht werden.
Das Apfelfest mit Herbstmarkt wird zusammen mit dem Gartenbauverein Schwarzach-Schmeilsdorf angeboten und entwickelt sich nach den Worten des Vorsitzenden immer besser, weil immer mehr Besucher kommen. Schiffelholz ging auch auf den praktischen Naturschutz ein und verwies auf die Schließung der Kellerfenster auf der Plassenburg: "Die Problematik mit den Feuerwerkskörpern haben wir jetzt schon seit 30 Jahren. Wir machen also an Silvester die Schotten dicht und ein, zwei Tage später machen wir die Fenster wieder auf."


Lob für fleißige Sammler

Gemeinsam mit dem Bund Naturschutz werden alljährlich zwölf Amphibienzäune im Landkreis Kulmbach kontrolliert. Seit 2008 hat die Kreisgruppe für Vogelschutz aufgelistet, an welchen Bereichen wie viele Amphibien die Straße wechseln. Vorsitzender Schiffelholz: "Ein Fernziel ist es, von Seiten der Straßenbaulastträger feste Einrichtungen schaffen zu lassen, also mit einer Untertunnelung. Es ist alle Jahre eine Zitterpartie, den richtigen Zeitpunkt zu erwischen, die Zäune aufstellen zu lassen, dass sie zu dem Moment stehen, wo die Kröten loswandern." Die Kreisgruppe verfügt dabei über einen Stamm von 25 bis 30 Personen, die die unterschiedlichen Zäune betreuen.
Ein großes Lob zollte der Vorsitzende auch der Carl-von-Linde Realschule, die in den vergangenen zehn Jahren bei den Haus- und Straßensammlungen nicht weniger als rund 70 000 Euro für den Vogelschutz einbrachte und die auch der Kreisgruppe nach einem bestimmten Verteilerschlüssel zugutekommen.
Es folgten noch die Berichte der Projektgruppen mit Ralph Pfeiffer, Hermann Gerdes und Frank Schneider, der die Rotmainauen als ein Juwel für die Braunkehlchen bezeichnete. Kassiererin Andrea Hofmann erstattete den Kassenbericht und machte deutlich, dass die Kreisgruppe trotz einiger Investitionen (Anhänger, Balkenmäher und Alu-Leiter) nach wie vor über ein stattliches Finanzpolster verfügt. Werner Reißaus